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Projektspots

Freuen Sie sich auf ein abwechslungsreiches, dichtes und fachlich anspruchsvolles Programm zum LPT8! Hier stellen wir Ihnen die Projektspots (Kurzvortrag mit einer Dauer von 20 Minuten + 5 Minuten Zeit für Rückfragen/Austausch) für beide Tage vor. Buchen Sie also jetzt Ihren Kongressbesuch!

Wir freuen uns auf ein starkes Miteinander beim LPT8!

Auflistung der Projektspots für TAG 1, Montag, 16. November 2026

Prof. Dr. Anna-Lena Zietlow (TU Dresden)

Portraitbild von Prof. Dr. Anna-Lena Zietlow
Prof. Dr. Anna-Lena Zietlow  © Tine Jurtz

Unsichere Zeiten, verletzliche Jugend? Psychische Gesundheit im Spiegel globaler Krisen

Der Vortrag beleuchtet die Auswirkungen multipler gesellschaftlicher Krisen auf die psychische Gesundheit Jugendlicher und zeigt evidenzbasierte Ansätze zur Prävention auf.

Die Prävalenz psychischer Erkrankungen im Jugendalter ist in den vergangenen zwei Jahrzehnten deutlich angestiegen. Aktuelle Befunde weisen darauf hin, dass dieser Trend nicht allein durch verbesserte Diagnostik oder eine erhöhte Inanspruchnahme von Versorgungsangeboten erklärbar ist, sondern eine tatsächliche Zunahme klinisch relevanter Belastungen widerspiegelt. Vor diesem Hintergrund wird zunehmend von einer »Krise der psychischen Gesundheit in der Jugend« gesprochen.

Gleichzeitig ist die Lebenswelt junger Menschen durch multiple, sich überlagernde gesellschaftliche Krisen geprägt. Hierzu zählen unter anderem Klimawandel, Migration, die Covid-19-Pandemie, geo-politische Konflikte und ökonomische Unsicherheiten. Diese Entwicklungen wirken nicht isoliert, sondern entfalten in ihrer Kumulation und Wechselwirkung spezifische Belastungsdynamiken, die zentrale Entwicklungsaufgaben im Jugendalter beeinflussen können.

Der Vortrag beleuchtet die empirische Evidenz zu den Zusammenhängen zwischen multiplen Krisenexpositionen und psychischer Gesundheit im Jugendalter und leitet darauf aufbauend konkrete, evidenzbasierte Empfehlungen für Fachkräfte in der Arbeit mit Jugendlichen ab. Ziel ist es, präventive Ansätze zu stärken und Handlungssicherheit im Umgang mit belasteten Jugendlichen unter Bedingungen multipler Krisen zu fördern.

Referentin:

Prof. Dr. Anna-Lena Zietlow ist Professorin für Klinische Kinder- und Jugendpsychologie an der Technischen Universität Dresden sowie Leiterin der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie der Lehr- und Forschungsambulanz. Sie ist approbierte Psychologische Psychotherapeutin. Ihre Forschung konzentriert sich auf die Auswirkungen elterlicher psychischer Erkrankungen, aversiver Lebenserfahrungen und früher Beziehungserfahrungen auf die psychische Gesundheit und Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Darüber hinaus untersucht sie, wie globale und gesellschaftliche Krisen die psychische Gesundheit von Kindern, Jugendlichen und Familien beeinflussen und wie sich daraus evidenzbasierte Präventions- und Interventionsansätze ableiten lassen.

Dr. Anja Blumenthal und Anne Kilian (IPSY)

Portraitbilder von Dr. Anja Blumenthal und Anne Kilian
Dr. Anja Blumenthal und Anne Kilian 

Das Lebenskompetenzenprogramm IPSY – Schulbasierte Suchtprävention wirksam und nachhaltig umsetzen

Wie gelingt schulische Prävention? Der Beitrag stellt das IPSY-Programm vor und zeigt, welche Faktoren die nachhaltige Umsetzung des Programms IPSY fördern oder erschweren können.

Früher Alkohol- und Zigarettenkonsum ist mit einem erhöhten Risiko für psychosoziale Probleme und spätere Suchterkrankungen verbunden. Das IPSY-Programm (Information + Psychosoziale Kompetenz = Schutz) setzt hier frühzeitig vorbeugend und stärkend an. Als suchtpräventives und universelles Lebenskompetenzprogramm wird es von trainierten Lehr- und anderen pädagogischen Fachkräften in den 5. bis 7. Klassen der eigenen Schule umgesetzt. Mit IPSY werden insbesondere die personalen und sozialen Kompetenzen Jugendlicher gestärkt, die ihnen dabei helfen die alltäglichen sowie Herausforderungen der Entwicklungsphase erfolgreich zu bewältigen. Im Projektspot wird IPSY als wirksames Instrument der schulischen Suchtprävention vorgestellt. Darüber hinaus werden die in der Begleitforschung identifizierten individuellen und schulischen Bedingungen, die eine nachhaltige Umsetzung des Programms im Schulalltag begünstigen oder erschweren, besprochen. Aus den aktuellen Befunden lassen sich wichtige Strategien ableiten, um IPSY aber auch andere evidenzbasierte Präventionsprogramme langfristig und wirksam in Schulen zu verankern.

Die beiden Referentinnen, Dr. Anja Blumenthal und Anne Kilian, sind Psychologinnen der Universität Jena und bereits seit mehreren Jahren in der bundesweiten Verbreitung und Weiterentwicklung des IPSY-Projekts (Leitung: apl. Prof. Dr. Karina Weichold) tätig.

Rebekka Dickhardt (blu:prevent)

Portraitbild von Rebekka Dickhardt
Rebekka Dickhardt 

Zwischen TikTok und Realität: Warum moderne Prävention heute unverzichtbar ist

Kinder stark machen, bevor Risiken entstehen: Mit digitaler, lebensnaher Prävention erreichen wir junge Menschen dort, wo sie heute lernen, leben und Entscheidungen treffen.

Unsere Kids und Teenies wachsen in einer Welt auf, die geprägt ist von Social Media, Künstlicher Intelligenz und digitalen Trends. Nie war es wichtiger Kinder und Jugendliche gut zu informieren und aufzuklären, um sie stark zu machen für die Herausforderungen des heutigen Alltags. Deshalb nutzt blu:prevent innovative Online- Tools und bietet das Gesamtpaket aus Broschüren, Informationsvideos, tollen Modulen und Give Aways um Schulen, Fachkräften und Eltern fundierte Inhalte zu vielen Themen der Suchtprävention zur Verfügung zu stellen, so dass so viele junge Menschen wie möglich davon profitieren können. Denn gute Prävention befähigt Kinder und Jugendliche, selbstbewusste und gesunde Entscheidungen zu treffen.

Referentin:

Rebekka Dickhardt ist Sozialpädagogin (Erfahrung im Bereich der Kinder und Jugendarbeit, Schulsozialarbeit und Suchtprävention); seit 2014 im Blauen Kreuz tätig; seit 2021 bei blu:prevent (Zweigverein des Blauen Kreuz); Team- und Fachleitung bei blu:prevent

Lisa Rechenberg und Teresa Golschewski (Fachstelle Häusliche Gewalt)

Portraits von Frau Rechenberg und Frau Golschewski
Lisa Rechenberg und Teresa Golschewski 

Prävention häuslicher Gewalt im digitalen Zeitalter

Vorstellung der Broschüre zu digitalisierter geschlechtsspezifischer Gewalt: Fokus auf Prävention, Teen Dating Violence, digitale Kontrolle und Schutzstrategien für Betroffene und Fachkräfte.

Prävention häuslicher Gewalt im digitalen Zeitalter

Im Rahmen dieses Projektspots wird eine aktuelle Broschüre zur Prävention häuslicher Gewalt unter den Bedingungen der Digitalisierung vorgestellt. Digitale Medien eröffnen neue Kommunikationsräume, bringen jedoch zugleich spezifische Risiken und Gewaltformen mit sich, die Fachkräfte in Prävention, Beratung und Intervention zunehmend berücksichtigen müssen. Die Broschüre bietet praxisnahe Orientierung und bündelt zentrale Erkenntnisse zu digitalen Erscheinungsformen häuslicher Gewalt. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf konkreten Handlungsempfehlungen für einen sicheren und verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien. Dazu zählen Hinweise zum Schutz der Privatsphäre, zur Erkennung digitaler Kontroll- und Überwachungsmechanismen sowie zur Stärkung der Handlungssicherheit von Betroffenen und Fachkräften. Darüber hinaus wird das Themenfeld Teen Dating Violence im Kontext der Digitalisierung beleuchtet. Insbesondere bei Jugendlichen zeigen sich spezifische Dynamiken digitaler Gewalt, etwa durch Cyberstalking, Druck über soziale Netzwerke oder die missbräuchliche Nutzung persönlicher Daten.

Die Broschüre greift diese Aspekte auf und stellt präventive Ansätze sowie Interventionsmöglichkeiten vor. Ein weiterer inhaltlicher Baustein ist die Rolle strafrechtlicher Maßnahmen, insbesondere der Einsatz elektronischer Aufenthaltsüberwachung (»Fußfessel«), als Instrument zum Schutz von Betroffenen und zur Durchsetzung von Kontaktverboten. Dabei werden sowohl rechtliche Grundlagen als auch praktische Implikationen für die Fachpraxis thematisiert. Im Anschluss an die Vorstellung der Broschüre besteht die Möglichkeit zum fachlichen Austausch. Ziel ist es, die Inhalte gemeinsam zu reflektieren, Anwendungsbezüge zu diskutieren und Impulse für die eigene Praxis zu entwickeln.

Im Fokus der Fachstelle steht die Interessenvertretung des Daches aller Frauenschutzeinrichtungen und Beratungsstellen gegen Häusliche Gewalt und Stalking in Sachsen.

Referentinnen:

Vita Referentinnen: Die Referentinnen der Fachstelle Häusliche Gewalt verfügen über umfangreiche Erfahrung in der Bildungs- und Veranstaltungsarbeit zum Thema geschlechtsspezifische Gewalt. Sie wurden bereits von unterschiedlichen Zielgruppen und Organisationen für Workshops, Vorträge und Diskussionsveranstaltungen angefragt und haben zu verschiedenen Themen rund um das übergeordnete Thema »Gewalt gegen Frauen« referiert. (Hier nachlesen)

Lisa Rechenberg Gender Studies & Regionalstudien (M.A.) | Kommunikations- und Medienwissenschaft (B.A.) | Zertifizierte Coach nach QRC Als studierte Regionalwissenschaftlerin (M.A. Interdisziplinäre Lateinamerikastudien, Schwerpunkt Gender Studies) beschäftigte ich mich intensiv mit Themen rund um die politische Teilhabe, Geschlechtergerechtigkeit und der Bekämpfung sozialer Ungleichheit und patriarchaler Gewalt. Ich arbeite seit knapp vier Jahren als geschäftsführende Referentin in der Fachstelle Häusliche Gewalt. Davor war ich im Bereich der politischen Kommunikation für Menschen- und Frauenrechte tätig. Schwerpunktthemen: Politische Kommunikation, Femi(ni)zide & geschlechtsspezifische Gewalt, Rassismus & Sexismus, Intersektionaler Feminismus, Lateinamerika: Einfluss von Frauen in Friedensverhandlungen

Teresa Golschewski Politik und Verfassung (M.A.) | European Studies (B.A.) Schwerpunktthemen: Feminismus, geschlechtsspezifische Gewalt, Intersektionalität, Machtkritik, Antidiskriminierung Ich absolvierte meinen M.A. im Fach Politik und Verfassung sowie meinen B.A. in European Studies. Zu meinen Schwerpunktthemen zählen die Auseinandersetzung mit geschlechtsspezifischer Gewalt und Antidiskriminierung. Ich beschäftige mich außerdem mit Fragen sozialer Gerechtigkeit und Gleichstellung. Seit 2025 arbeite ich in der Fachstelle Häusliche Gewalt der LAG gewaltfreies Zuhause Sachsen e.V.

Marie-Theres Lewe und Cynthia Zimmermann (Offener Prozess gGmbH)

Portraitfotos von Marie-Theres Lewe und Cyntia Zimmermann
Marie-Theres Lewe und Cynthia Zimmermann  © Mark Frost © smow

Offener Prozess - Das Dokumentationszentrum zum NSU-Komplex als Lern-, Erinnerungs- und Diskursort

Das Dokumentationszentrum ist ein Ort der Aufarbeitung, Erinnerung und Bildung. Der Vortrag zeigt auf, welche Handlungsmöglichkeiten sich daraus für die gesellschaftliche Gegenwart und Zukunft ableiten lassen.

Hier ist der Name Programm: Im »Dokumentationszentrum zum NSU-Komplex - Offener Prozess« greifen Begriff und Praxis ineinander. Die Auswirkungen der rechtsterroristischen Mord- und Verbrechensserie des »Nationalsozialistischen Untergrunds« (NSU) zwischen 1998 und 2011 sind bis heute spürbar. Beim Gerichtsprozess vor dem Oberlandesgericht München wurden zwischen 2013 und 2018 lediglich fünf Personen strafrechtlich verurteilt. Viele Fragen sind noch immer unbeantwortet. Angehörige der Mordopfer und Überlebende der Anschläge kämpfen bis heute um Gerechtigkeit, Entschädigung und Veränderungsprozesse in staatlichen Institutionen. Gleichzeitig nimmt laut Bundeskriminalamt die Zahl rechtsmotivierter und rassistischer Straftaten weiter zu – insbesondere bei Gewalttaten.

Das Dokumentationszentrum versteht sich als Ort gemeinsamer Aufarbeitung und des offenen Dialogs. Es macht die rechtsterroristischen Verbrechen des NSU-Komplexes aus verschiedenen Perspektiven sicht- und diskutierbar. Die Arbeit gliedert sich in drei Bereiche:

  • Bildungs- und Austauschformate für unterschiedliche Zielgruppen:
  1.  Polizei & Verwaltung: Auszubildende, Studierende, Fachlehrende, Dozierende, (angehende) Führungskräfte und andere anschließende Bereiche, Justiz
  2. Schule/Weiterbildung: Schulklassen, Lehrende, Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen, Schulsozialarbeitende, Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in außerschulischer und politischer Bildungsarbeit, Stakeholder in Bereichen der Bildung, Chemnitzer Zivilgesellschaft in Bildung und Jugendarbeit, Zivilgesellschaftliche Akteurinnen/Akteure und Organisationen
  • einen Forschungs- und Archivbereich, in dem Wissen gesammelt, dokumentiert und analysiert wird,
  • sowie einen Teilhabe-Bereich, der mit den Angehörigen der Ermordeten und den Überlebenden zusammenarbeitet und die Vernetzung, gesellschaftliche Teilhabe und die Selbstermächtigung von Menschen, die von verschiedenen Diskriminierungsformen betroffen sind, ermöglicht.

In unserem Vortrag geben wir Einblicke in unsere partizipativen Bildungs- und Austauschformate. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich aus der Auseinandersetzung mit dem NSU-Komplex und damit einhergehenden gesellschaftlichen Rahmenbedingungen Handlungsmöglichkeiten für Gegenwart und Zukunft eröffnen lassen. Wir laden dazu ein, eigene berufliche und biografische Bezüge zu reflektieren: Wie habe ich die rechte Gewalt von den 90ern bis heute erlebt? Wo begegnet mir rechte Gewalt oder Diskriminierung im Alltag?

Referentinnen:

Marie-Theres Lewe hat in Lüneburg und Leipzig Kulturwissenschaften studiert. Sie ist Bildungsreferentin bei »Offener Prozess - Ein Dokumentationszentrum zum NSU-Komplex« im Bereich Polizei & Verwaltung

Cynthia Zimmermann, Bildungsreferentin im Bereich Schule und Fortbildung, tätig im Team VerLernen bei »Offener Prozess - Ein Dokumentationszentrum zum NSU-Komplex«.

Angela Tomalka und Claudia Hettasch (Aktion Zivilcourage e. V.)

zwei Portraifotos von Frau Tomalka und Frau Hettasch
Angela Tomalka und Claudia Hettasch  © Juliane Mostertz

#MutMachtSchule – Von Kindern, die Haltung zeigen

Mut, Respekt und Verantwortung wachsen durch Erfahrung. #MutMachtSchule zeigt, wie Prävention Kinder stärkt, Zivilcourage fördert und demokratische Werte im Schulalltag erlebbar macht.

Frühzeitige Prävention ist dabei kein Zusatz, sondern eine notwendige Investition in die Zukunft. Sie ist ein zentraler Baustein, um Kinder und Jugendliche in ihrer sozial-emotionalen Entwicklung zu stärken und demokratische Haltung von Anfang an zu fördern. Gerade in Kita, Hort und Grundschule werden Grundlagen für Empathie, Konfliktfähigkeit, Selbstbewusstsein und verantwortungsvolles Handeln gelegt. Hier setzt die Arbeit von »Couragierte Kinder« an: Das Angebot begleitet pädagogische Fachkräfte, Kinder und ihre Lebenswelten langfristig und bedarfsorientiert, damit soziale Kompetenzen früh gefördert und im Alltag wirksam verankert werden.

Der Übergang von der Grundschule in die weiterführende Schule markiert eine wichtige Entwicklungsphase, in der Kinder und Jugendliche ihre Identität weiterentwickeln, neue Zugehörigkeiten suchen und gesellschaftliche Werte zunehmend reflektieren. Die Gruppe der Gleichaltrigen gewinnt an Bedeutung; zugleich wächst die Fähigkeit, unterschiedliche Perspektiven einzunehmen, moralische Fragen zu reflektieren und das eigene Handeln bewusster einzuordnen.

Dies nutzen wir und greifen Themen wie Vorurteile, Ausgrenzung, Gewalt und Zivilcourage auf und unterstützen Kinder dabei, respektvoll zu kommunizieren, Konflikte konstruktiv zu lösen und Handlungssicherheit in schwierigen Situationen zu entwickeln.

Zugleich werden pädagogische Fachkräfte durch Beratung, Fortbildungen und Begleitung darin gestärkt, Prävention nachhaltig in den Alltag zu integrieren. Es entsteht ein Lern- und Lebensraum, in dem Kinder erfahren, dass ihr Handeln zählt, ihre Stimme Gewicht hat und demokratische Werte im Miteinander sichtbar werden.

Unsere Angebote wirken, weil sie problematischen Entwicklungen früh vorbeugen, das soziale Klima stärken und die Grundlage für eine Gesellschaft legen, in der Respekt, Verantwortung und Zivilcourage selbstverständlich gelebt werden.

Referentinnen:

Angela Tomalka: Referentin für politische Bildung, Aktion Zivilcourage e. V.; Politikwissenschaft, Verwaltungswissenschaft und Soziologie B.A., Präventionsmanagement M.A.

Claudia Hettasch: Bildungsreferentin »Couragierte Kinder«, Aktion Zivilcourage e. V.; Literatur- und Kulturwissenschaftlerin M. A., Systemische Beraterin

Sven Bischoff (FSM) und Kerstin Hagedorn (Nummer gegen Kummer) und Matthias Heinen (klicksafe)

Portraitfotos von Herrn Bischoff, Frau Hagedorn und Herr Heinen
Sven Bischoff und Kerstin Hagedorn und Matthias Heinen  © Sven Bischoff, Nummer gegen Kummer e. V., Heinen

»KI and me.« Chatbots im Alltag junger Menschen

Wenn KI-Chatbots zu den engsten Vertrauten von Kindern und Jugendlichen werden. Chancen, Risiken sowie Praxisbeispiele aus Jugendmedienschutz, Medienbildung und Beratung.

Der Beitrag rückt das Thema Künstliche Intelligenz – insbesondere Chatbots – in den Mittelpunkt.

KI-Anwendungen entwickeln sich zunehmend zu alltäglichen Begleitern von Kindern und Jugendlichen, sei es in sozialen Medien, in Lernumgebungen oder in anderen digitalen Anwendungen. Damit gehen neue Formen der Interaktion, der Nähe und auch der Einflussnahme einher, die sowohl Chancen eröffnen als auch Risiken mit sich bringen.

Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie junge Menschen in diesem dynamischen digitalen Umfeld wirksam geschützt und zugleich kompetent begleitet werden können. Der Beitrag bietet einen Überblick über die Nutzung von KI durch Kinder und Jugendliche sowie über die aktuelle gesetzliche Lage. Im Fokus stehen konkrete Ansätze und gelungene Praxisbeispiele aus dem Jugendmedienschutz, der Medienbildung und der Beratung – sowohl für Kinder und Jugendliche als auch für Eltern und pädagogische Fachkräfte.

Der Beitrag wird gemeinsam von Organisationen des deutschen Safer Internet Centres, der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter, Nummer gegen Kummer e.V. und der EU-Initiative klicksafe gestaltet.

Sven Bischoff ist Jurist und arbeitet seit 2021 als Referent für Jugendmedienschutzrecht bei der FSM. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Regulierung und technischer Jugendmedienschutz, zudem ist er in der FSM-Beschwerdestelle tätig.

Kerstin Hagedorn hat Bildungswissenschaft studiert und ist Mitarbeiterin im Projekt »Safer Internet« beim Dachverband der »Nummer gegen Kummer« in Wuppertal. Sie ist u.a. verantwortlich für die interne Fortbildung der Beraterinnen und Berater zu beratungsrelevanten Internetthemen.

Matthias Heinen ist Referent für Medienkompetenz bei klicksafe. Als Kultur- und Kommunikationsmanager ist er hier für die inhaltliche Betreuung und Umsetzung von Projekten zuständig sowie für die nationale und internationale Netzwerkarbeit.

Eva Riemer (apeiros)

Schriftzug von apeiros

Präventionsprojekt Schulabsentismus

Schulvermeidung kostet Chancen, Perspektiven und Träume. Prävention bei apeiros steht für Zeit und Aufmerksamkeit für die jungen Menschen, die intensive Unterstützung brauchen.

Wenn Kinder und Jugendliche der Schule fernbleiben, verlieren sie weit mehr als nur Unterrichtsstunden – sie verlieren Chancen. Ohne Schulabschluss bleiben Talente ungenutzt, Träume unerfüllt und Wege in ein selbstbestimmtes Leben versperrt. Gleichzeitig entgehen der Gesellschaft junge Menschen, die dringend gebraucht werden, während gleichzeitig vermeidbare Hilfemaßnahmen hohe Kosten verursachen. Apeiros bietet seit 25 Jahren diverse Leistungspakete rund um das Thema Schulabsentismus an. Das Spektrum umfasst Prävention durch systematische Fehlzeitenanalyse, Diagnostik und Beratung, Reintegration ins Bildungssystem und Weiterqualifikation.

In meiner Projektpräsentation stelle ich unser Präventionsprojekt vor:

Ab dem Schuljahr 2026/27 bieten wir in Sachsen Präventionsprojekte an. Zentrale Elemente in der Prävention sind die digitale Analyse der Fehlzeiten, strukturierte Interventionen und Wirkungserfassung. Unser Projekt kann auf Ebene der Schulen oder auf Ebene einer Kommune angesiedelt sein.

Für Schulen: Mit Hilfe eines digitalen Tools, das auch in Verbindung mit bereits eingesetzten digit. Klassenbüchern verwendet werden kann, können Schulen die Fehlzeiten ihrer gesamten Schule mit wenigen Klicks analysieren und standardisierte Interventionen durchführen. Durch transparente und frühzeitige Interventionen kann eine Chronifizierung der Verweigerung verhindert werden. Im Rahmen einer Wirkungsstudie des Centrums für Soziale Investitionen und Innovation (CSI) der Universität Heidelberg konnte ermittelt werden, das je nach Schultyp die Extremfälle an Schulen mehr als halbiert werden konnten. Daneben speichert das Tool alle Interventionen und unterstützt damit die Dokumentation der pädagogischen Maßnahmen. Durch Reportfunktionen wird die Berichterstattung, z.B. bei Ordnungswidrigkeitsanzeigen enorm erleichtert. Insgesamt reduziert sich der Verwaltungsaufwand der Schule erheblich und die pädagogische Arbeit erhält mehr Raum. Die pädagogische Begleitung enthält Fallberatungen und Fortbildungen.

Für Kommunen: Präventionsprojekte haben das Potential, Fälle zu reduzieren oder zumindest deren Schweregrad abzumindern. Sie funktioniert aber nur, wenn die Schnittstellen gut definiert sind. Ein Mehr an Investition in Projekte bedeutet nicht automatisch mehr Wirkung. Das kommunale Projekt von apeiros organisiert die Schnittstellen der Beteiligten in einer Kommune und begleitet die einzelnen Abschnitte mit Beratungen und Fortbildungen. Das Projekt basiert auf einer o.g. Software, die die präventiven Interventionen an Schulen steuert.

Nora Strauzenberg (Fraunhofer-Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme (IVI))

Portraitfoto Nora Strauzenberg
Nora Strauzenberg   © Christin Scholz (Fraunhofer IVI)

Sicher mit Grips - Unfallprävention durch Virtual Reality erlebbar machen

Realitätsnahe Unfallszenarien in Virtual Reality fördern das Verständnis für Unfallursachen und stärken das Bewusstsein für sicheres Verhalten im Straßenverkehr.

Das Fraunhofer-Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme (IVI) stellt mit »Sicher mit Grips« ein innovatives Projekt zur Unfallprävention vor. Jugendliche im Alter von 13 bis 15 Jahren erleben mithilfe von Virtual-Reality  reale Unfallszenarien aus der Perspektive verschiedener Verkehrsteilnehmender. Auf Basis anonymisierter Unfalldaten aus ihrem eigenen Umfeld analysieren sie die Ursachen typischer Unfälle im Schulumfeld. Dieses immersive Erleben kritischer Verkehrssituationen fördert das Bewusstsein für die Gefahren im Straßenverkehr und stärkt die Fähigkeit, eigenes Verhalten sowie das anderer Verkehrsteilnehmender besser einzuschätzen. Neben der Sensibilisierung junger Verkehrsteilnehmer trägt das Projekt zur Digitalisierung in Schulen bei und leistet einen wichtigen Beitrag zur Verkehrssicherheit.

Laura Franke und Annalena Frenzel (AWO Fachstelle Shukura)

Portraitfoto von Annalena Franke und Laura Frenzel
Laura Franke und Annalena Frenzel 

Wie viel ist Dir Kinderschutz wert? - Die Bedeutung unserer Präventionsarbeit gegen sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen

In jeder Schulklasse sitzen 1–2 Kinder, die sexualisierte Gewalt erfahren haben. Wir können handeln: hinschauen, zuhören, verstehen. Der Projektspot zeigt, warum Prävention wichtig ist, um Risiken zu verringern, Kinder zu stärken und Erwachsene zu befähigen – besonders in Dresden und Sachsen.

Kinder und Jugendliche haben das Recht vor (sexualisierter) Gewalt geschützt zu werden. Die Verantwortung für diesen Schutz liegt bei den Erwachsenen im Umfeld der Kinder und Jugendlichen. Um sie zu schützen und in ihren Rechten bestärken zu können, benötigen Eltern, Fachkräfte und andere Bezugspersonen Informationen über mögliche Anzeichen sexualisierter Gewalt, Wissen zu Täterinnen- und Täterstrategien sowie Präventions- und Handlungsmöglichkeiten. Der Projektspot Wie viel ist Dir Kinderschutz wert? soll die Bedeutung unserer Präventionsarbeit gegen sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen in Dresden und Sachsen unterstreichen und aufzeigen, warum es wichtig ist, dass wir uns alle mit dem Thema beschäftigen.

Wir laden alle interessierten Menschen ein, sich unserem Projektspot zu öffnen, unsere Fachstelle kennenzulernen und sich der Frage zu stellen, wie jeder von uns im Alltag für den Kinder- und Jugendschutz aktiv werden kann.

Referentinnen:

Laura Franke und Annalena Frenzel arbeiten als Sozialpädagoginnen in der AWO Fachstelle zur Prävention sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche Shukura in Dresden. Beide studieren aktuell den Master Angewandte Sexualwissenschaften an der Hochschule Merseburg. Ihr Tätigkeitsschwerpunkt liegt in der Arbeit mit Fachkräften und Eltern/ Personensorgeberechtigten. Laura Franke und Annalena Frenzel vermitteln in Fortbildungen, Elternveranstaltungen, Fachberatungen sowie innerhalb der Begleitung von institutionellen Schutzkonzepten Grundlageninhalte zum Thema sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche sowie wichtige Präventionsbotschaften und wie diese in den Alltag integriert werden können.

Dr. Annalena Schmidt und Jana Peters (Bundesfach- und Koordinierungsstelle Männergewaltschutz – BFKM)

Portraitbilder von Dr. Annalena Schmidt und Jana Peters
Dr. Annalena Schmidt und Jana Peters  © BFKM

Männergewaltschutz stärken – Hilfesysteme ausbauen, Prävention weiterdenken

Männer als Betroffene häuslicher Gewalt sichtbar machen: Die BFKM stellt ihre Arbeit, Fortbildungsangebote und Ansätze für ein bedarfsgerechtes Hilfesystem vor.

Häusliche Gewalt ist ein gesamtgesellschaftliches Problem und betrifft Menschen aller Geschlechter. Während in den vergangenen Jahrzehnten wichtige Fortschritte beim Gewaltschutz für Frauen erzielt wurden, ist das Hilfesystem für männliche Betroffene vielerorts noch lückenhaft. Aktuelle Daten, etwa aus der Polizeilichen Kriminalstatistik, sowie die Nutzungszahlen bestehender Angebote zeigen zugleich, dass auch Männer in erheblichem Umfang von häuslicher Gewalt betroffen sind und Unterstützung suchen.

Die Bundesfach- und Koordinierungsstelle Männergewaltschutz (BFKM) setzt sich bundesweit dafür ein, Schutz- und Beratungsangebote für gewaltbetroffene Männer auszubauen, miteinander zu vernetzen und fachlich weiterzuentwickeln. Dabei versteht sie Männergewaltschutz als Bestandteil einer umfassenden Gleichstellungspolitik und als wichtigen Baustein der Gewaltprävention.

Im Rahmen der Projektpräsentation werden die Aufgaben und Angebote der BFKM vorgestellt. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den praxisorientierten Fort- und Weiterbildungen für Fachkräfte aus Polizei, Justiz, sozialen Diensten und Beratungsstellen. Diese sollen die Handlungssicherheit im Umgang mit männlichen Betroffenen stärken, eine differenzierte Einordnung von Gewaltkontexten ermöglichen und die Vermittlung in geeignete Unterstützungsangebote verbessern.

Darüber hinaus nimmt die Präsentation die strukturellen Herausforderungen des Männergewaltschutzes in den Blick. Dem erheblichen Unterstützungsbedarf stehen bundesweit bislang nur wenige Schutzplätze und regional unterschiedlich ausgebaute Beratungsangebote gegenüber. Sachsen verfügt im Ländervergleich über eine vergleichsweise gute Ausgangslage. Dennoch besteht auch hier weiterer Entwicklungsbedarf, insbesondere bei niedrigschwelligen Beratungs- und Schutzangeboten.

Anhand der Arbeit der BFKM wird aufgezeigt, wie ein bedarfsgerechtes und geschlechterübergreifendes Hilfesystem zur Gewaltprävention beitragen kann. Dabei wird insbesondere die Bedeutung interdisziplinärer Zusammenarbeit, unter anderem mit Polizei und Justiz, hervorgehoben. Die Projektpräsentation möchte Impulse für regionale Präventionsstrategien geben und dazu beitragen, Männergewaltschutz dauerhaft als Bestandteil eines umfassenden Gewaltschutzes zu verankern.

Referentinnen:

Der Vortrag wird von Dr. Annalena Schmidt (Fachreferentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit) und Jana Peters (Fachreferentin Qualitätsmanagement & Evaluation) bei der Bundesfach- und Koordinierungsstelle Männergewaltschutz gehalten.

Isabell Gall (ADFC Sachsen)

Portraitfoto einer Frau, die an einer Steinwand steht
Isabell Gall 

Der unsichere Schulweg? Zwischen Regelwerk, Realität und dem Erleben junger Verkehrsteilnehmender

Wie gelingt moderne Unfallprävention? Der Vortrag stellt Ergebnisse des Projekts »Schulweg.Aktiv« vor und zeigt, wie Kinderbeteiligung die Verkehrssicherheit konkret verbessert.

In der klassischen Präventionsarbeit wird entweder menschliches Fehlverhalten in den Fokus gerückt oder technische Defizite als Ursache in den Blick genommen. Dies hat zur Folge, dass menschliches Fehlverhalten als absichtsvolles Verhalten fehlinterpretiert wird. Spätestens bei besonders schutzbedürftigen Nutzergruppen wie jungen Menschen relativiert sich diese strikte Trennung zwischen individuellem Verhalten und vorgegebenen Defiziten der Infrastruktur. Denn je weniger Verkehrsteilnehmer eine Situation gut einschätzen können, desto notwendiger ist eine fehlerverzeihende und eindeutige Infrastruktur. Klassische Präventionsarbeit hat oft nicht ausreichend im Blick, wie sehr Fehlverhalten eine Folge defizitärer Infrastruktur ist und verkennt damit einen entscheidenden Zusammenhang.

Wirksame Prävention beginnt daher nicht erst bei der Entschärfung von Unfallschwerpunkten auf der einen Seite und beim Aufbau von Mobilitätskompetenz auf der anderen, sondern vor allem bei einem konsequent ganzheitlichen Ansatz. Eine nachhaltige Unfallprävention muss Infrastruktur und Verhalten gemeinsam denken und aktiv die Perspektive derer einnehmen, die täglich auf diesen Wegen unterwegs sind und ihren individuellen Blickwinkel auf ihre Umgebung in der Planung sicherer Infrastruktur berücksichtigen.

Anstatt dabei nur über Kinder und andere besonders schutzbedürftige Personen zu reden, müssen wir mit ihnen sprechen. Im Projekt Schulweg.Aktiv sind Schülerinnen und Schüler im Landkreis Mittelsachsen selbst zu Wort gekommen.

In einer Befragung erforschte der ADFC, welche Faktoren das Mobilitätsverhalten junger Menschen beeinflussen, wodurch Unsicherheit im Straßenverkehr entsteht und welche Wünsche und Anforderungen junge Menschen an sichere Straßen und sicheren Verkehr haben. In drei vertiefenden Workshops wurden gemeinsam mit den jungen Menschen konkrete Ideen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit erarbeitet und anschließend in die Politik und Verwaltung getragen.

Der Vortrag gibt einen Einblick in die Ergebnisse und Erkenntnisse einer flächendeckenden Befragung im Landkreis Mittelsachsen, zeigt auf, wie Verkehrssicherheitsarbeit durch Beteiligung gestärkt wird und gibt einen Impuls für moderne Präventionsarbeit.

Referentin:

Isabell Gall ist Referentin für Radverkehr in ländlichen Räumen beim ADFC Sachsen und beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit den spezifischen Mobilitätsanforderungen in ländlichen Regionen. Als Leiterin des Projektes »Schulweg.Aktiv« hat sie strukturierte Datenanalyse mit aktiver Bürgerbeteiligung verbunden und aufgezeigt, wie die Perspektiven von Kindern und Jugendlichen systematisch erfasst und als fundierte Handlungsempfehlungen für die kommunale Verkehrssicherheitsarbeit aufbereitet werden können.

 

Auflistung der Projektspots am TAG 2, Dienstag 17. November 2026

Vanessa Masing (Duke Award)

Portraitfoto von Vanessa Masing
Vanessa Masing 

Prävention durch Selbstwirksamkeit – der Duke of Edinburgh's International Award als universelles Schutzfaktorenprogramm

Selbstwirksamkeit und gesellschaftliches Engagement gelten als zentrale Schutzfaktoren gegen mentale Erkrankungen und soziale Desintegration – und lassen sich erlernen. Der Duke setzt genau hier an.

Der Projektspot zeigt anhand des Ansatzes des internationalen Jugendprogramms »Duke Award« (Duke), wie es an Bildungseinrichtungen gelingen kann, junge Menschen über Selbstwirksamkeit mit sozio-emotionalen und Zukunftskompetenzen zu stärken. Dabei begreifen wir diese als Basis, die es ihnen ermöglicht, resilient, selbstbestimmt und teilhabend ihre Zukunft zu gestalten.

Als internationales Jugendprogramm begleitet der Duke 14- bis 24-Jährige mindestens sechs Monate dabei, selbstgewählte Ziele in den Bereichen Engagement, Talent, Fitness und Expeditionen verbindlich zu verfolgen und dabei Verantwortung für sich und andere zu übernehmen.

Der Projektspot stellt das Programm, seine Wirkungslogik und konkrete Umsetzungsbeispiele aus Sachsen vor – darunter Erfahrungen aus Schulen in herausfordernden Lagen sowie multiprofessionelle Kooperationsmodelle mit Schulsozialarbeitenden Teach First Fellows. Im Fokus steht die Frage: Wie kann ein strukturiertes, selbstbestimmtes Programm universelle Prävention in der Praxis leisten – und wie lässt es sich in bestehende Einrichtungsstrukturen einbetten?

Referentin:

Vanessa Masing leitet den Duke Award in Deutschland seit 2020 als Geschäftsführende Vorständin. Sie verantwortet die Teilnahme von rund 200 Schulen und anderen Bildungseinrichtungen bundesweit, von denen der überwiegende Teil öffentliche Gymnasien und nicht-gymnasiale Sekundarschulen sind.

Karolin Jäschke (Kopfsachen e. V.)

Portrait Karolin Jäschke
Karolin Jäschke 

Gemeinsam auf dem Weg zur mental gestärkten Schule

Von der Einzelmaßnahme zur Schulkultur: Wie kann mentale Gesundheit nachhaltig im Schulalltag verankert werden – auch außerhalb der Ballungsräume? Ein Einblick in die Praxis von Kopfsachen e.V.

Etwa jedes fünfte Kind bzw. jede*r fünfte Jugendliche in Deutschland ist innerhalb eines Jahres von einer psychischen Erkrankung betroffen. Gleichzeitig fehlt es vielerorts an Strukturen, Zeit und Fachwissen, um psychische Gesundheitskompetenz dauerhaft im Schulalltag zu verankern. Prävention bleibt deshalb häufig auf einzelne Projekte beschränkt. Dabei gilt die Schule als einer der wirksamsten Orte, um mentale Gesundheit frühzeitig und unabhängig von der sozialen Herkunft zu fördern. Wie kann aus einzelnen Präventionsmaßnahmen eine gesundheitsförderliche Schulkultur entstehen?

Der Vortrag zeigt anhand des Ansatzes von Kopfsachen e.V., wie mentale Gesundheit nachhaltig im Schulalltag verankert werden kann. Im Mittelpunkt steht das Angebotspaket »KopfReise – Gemeinsam auf dem Weg zur mental gestärkten Schule«, das Schülerinnen und Schülern, Lehrkräfte und Eltern gleichermaßen einbezieht.

Vorgestellt wird, wie Schulen von der gemeinsamen Bedarfserfassung über zielgruppenspezifische Bildungsangebote bis hin zur Verstetigung der Maßnahmen begleitet werden. Ziel ist es, psychische Gesundheitskompetenz nicht nur zu vermitteln, sondern langfristig in der Schulgemeinschaft zu verankern und so den Schritt von der Einzelmaßnahme zur Schulkultur zu ermöglichen. Darüber hinaus gibt der Vortrag Einblicke in den Aufbau des Standorts Leipzig/Halle und greift die Frage auf, wie Angebote der mentalen Gesundheitsförderung auch Schulen außerhalb der Ballungsräume erreichen können. Welche Voraussetzungen braucht es für eine nachhaltige Verankerung? Welche Herausforderungen zeigen sich in der Praxis? Der Beitrag lädt dazu ein, gemeinsam über Wege nachzudenken, die mentale Gesundheit als festen Bestandteil schulischer Prävention zu etablieren.

Referentin:

Karolin Jäschke ist Standortleitung Leipzig/Halle bei Kopfsachen sowie Co-Gründerin des Sachsen-Anhalt Funds. Sie verantwortet den Aufbau des Standorts in Ostdeutschland und entwickelt Kooperationen mit Schulen und regionalen Netzwerkpartnern.

Sandra Bochmann (Landkreis Sächsische Schweiz Ostergebirge)

Portraitfoto von Sandra Bochmann
Sandra Bochmann 

Zu Risiken und Nebenwirkungen strafbaren Verhaltens junger Menschen – ein Präventionsangebot der Jugendhilfe im Strafverfahren für Schulen

Die Jugendhilfe im Strafverfahren (JuhiS) des Landkreises Sächsische Schweiz Ostergebirge berichtet über den Ablauf und die Erfahrungen mit dem seit 2012 existierenden Projekt – nicht nur geeignet für Schüler.  

Ist ein Kind, Jugendlicher oder Heranwachsender mit straffälligem Verhalten im Hellfeld in Erscheinung getreten, ist die Jugendhilfe im Strafverfahren (JuhiS) schnellstmöglich einzubeziehen. Die Hauptaufgabe dieses Fachdienstes im Jugendamt ist es, im Sinne des Erziehungsgedankens im Jugendgerichtsgesetz tätig zu werden und straffällig gewordene Jugendliche und Heranwachsende sowie Eltern im gesamten Jugendstrafverfahren zu beraten und bei der weiteren Entwicklung und Wiedereingliederung in die Gemeinschaft zu unterstützen.

Im Projekt für Schüler werden zunächst die Grundzüge des Jugendstrafverfahrens und die besondere Aufgabe der Jugendhilfe im Strafverfahren erläutert sowie die spezielle Umsetzung im Landkreis dargestellt. Im zweiten Teil werden die jungen Menschen selbst aktiv und bearbeiten Jugendstrafrechtsfälle aus der Praxis aus Sicht der JuhiS.

Referentin:

Sandra Bochmann studierte Diplompädagogik an der TU Dresden. Sie ist nach langjährigen beruflichen Erfahrungen in Projekten der Jugendberufshilfe seit 2009 Mitarbeiterin in der Jugendhilfe im Strafverfahren im Landkreis Sächsische Schweiz Osterzgebirge am Standort in Freital und Dippoldiswalde. Neben dieser anspruchsvollen Tätigkeit ist sie regelmäßig landkreisweit in allen Schulformen mit dem Projekt unterwegs. Sie arbeitet mit im Vorstand der Landesgruppe Sachsen der Deutschen Vereinigung für Jugendgerichte und Jugendgerichtshilfen e.V.

Simone Schwarz (SAIDA International e. V.)

Porträtfoto Simone Schwarz
Simone Schwarz  © SAIDA International e. V.

Wissen schützt! Handlungssicherheit bei Gefährdung durch Genitalverstümmelung

Tausende Mädchen in Deutschland sind von Genitalverstümmelung bedroht. »Wissen schützt!« hilft dabei, Gefährdungen sicher einzuschätzen und Mädchen wirksam zu schützen.

Wie können Fachkräfte gefährdete Mädchen wirksam vor Genitalverstümmelung schützen? Mit »Wissen schützt!« hat SAIDA ein digitales Fortbildungsangebot entwickelt, das praxisnahes Wissen vermittelt und Handlungssicherheit stärkt.

Die Lernmodule unterstützen Fachkräfte dabei, gewichtige Anhaltspunkte zu erkennen, Gefährdungslagen fachlich einzuordnen und geeignete Schutzmaßnahmen einzuleiten. Sie sind der erste Schritt hin zu einer fundierten Einschätzung und klaren Entscheidungen im konkreten Kinderschutzfall.

Darauf aufbauend begleitet SAIDA Teams individuell, qualifiziert Fachkräfte aus Jugendamt, Justiz, Polizei, Schule und Gesundheitswesen und berät in komplexen Kinderschutzfällen.

Der Projektspot zeigt, wie digitales Lernen, Teamqualifizierung und spezialisierte Beratung ineinandergreifen, um Fachkräfte beim wirksamen Schutz von Mädchen vor Genitalverstümmelung zu unterstützen.

Referentin:

Simone Schwarz ist Gründerin und Geschäftsführerin von SAIDA International e.V. Sie hat spezialisierte Strukturen zum Schutz vor weiblicher Genitalverstümmelung aufgebaut und grundlegende Konzepte für Prävention, Beratung und Versorgung etabliert.

Angela Patané (Papilio gGmbH)

Portrait Angela Patane
Angela Patané  © Papilio gGmbH

»Damit am Ende alles gut geht, braucht es einen guten Anfang.« Frühe Prävention mit Papilio-U3

Prävention beginnt vor der Schule: Der Beitrag zeigt, wie Papilio-U3 in der Kita durch feinfühlige Beziehungen die sozial-emotionale Entwicklung stärkt sowie Schutz- und Risikofaktoren beeinflusst.

Prävention beginnt lange vor dem Schuleintritt. Bereits in den ersten drei Lebensjahren werden wichtige Grundlagen für die psychosoziale Gesundheit, die Emotionsregulation und die Beziehungsfähigkeit von Kindern gelegt. Kitas sind deshalb ein zentraler Ort früher Prävention. Der Projektspot stellt Papilio-U3 vor – ein wissenschaftlich entwickeltes und evaluiertes Präventionsprogramm zur Förderung der psychosozialen Gesundheit von Kindern unter drei Jahren in Kindertageseinrichtungen. Im Mittelpunkt stehen die pädagogischen Fachkräfte und die Qualität ihrer alltäglichen Interaktionen mit den Kindern. Feinfühlige Begleitung, sichere Beziehungen und eine entwicklungsfördernde Gestaltung des Kita-Alltags stärken sozial emotionale Kompetenzen, fördern Schutzfaktoren und tragen dazu bei, Risikofaktoren frühzeitig zu reduzieren. Anhand des Programms wird aufgezeigt, wie Prävention bereits im Alltag von Krippe und Kita wirksam umgesetzt werden kann und welchen Beitrag sie für die gesunde Entwicklung von Kindern sowie für eine langfristige Gesundheitsförderung leistet. Der Projektspot lädt dazu ein, frühe Prävention als gemeinsame Aufgabe zu verstehen – dort, wo Entwicklung beginnt. Darüber hinaus informiert der Projektspot über die Möglichkeiten zur Teilnahme an der Fortbildung in Sachsen.

Referentin:

Angela Patané begleitet die Weiterentwicklung und bundesweite Umsetzung von Papilio-U3. Darüber hinaus qualifiziert sie Trainerinnen und Trainer sowie pädagogische Fachkräfte für die Umsetzung des Programms. Mehr Informationen erhalten Sie auf der Website von Papilio.

Mandy Scherzer (wegecheck Sachsen)

Porträtfoto Mandy Scherzer
© wegebund get-shot

wegecheck – mit Beteiligung die (Fuß)Verkehrssicherheit erhöhen

Jeder Weg beginnt und endet zu Fuß. Damit die Wege auch sicher werden, wird im Projekt wegecheck die Fußverkehrsinfrastruktur gecheckt – durch die Bevölkerung sächsischer Kommunen. Gemeinsam mit Fachleuten nehmen Bürgerinnen und Bürger sowie Kinder ihre alltäglichen Wege unter die Lupe. Das Ziel: konkrete Stellen verbessern und so die Verkehrssicherheit erhöhen.

Der wegecheck Sachsen ist ein vom Freistaat Sachsen gefördertes Fußverkehrs- und Beteiligungsprojekt. Das Ziel: Kommunen dabei unterstützen, die Verkehrssicherheit für Zufußgehende systematisch zu erhöhen. Im Mittelpunkt stehen Vor-Ort-Begehungen, bei denen die lokale Bevölkerung gemeinsam mit externen Fachleuten die Fußverkehrsinfrastruktur unter die Lupe nimmt. Mit Checklisten wird der Status qou erfasst – von fehlenden Querungshilfen über zu schmale Gehwege bis zur Barrierefreiheit.

Der wegecheck ist dabei mehr als eine Bestandsaufnahme. Durch die aktive Beteiligung aller Altersgruppen – besonders von Kindern als besonders schutzbedürftige Nutzergruppe – werden lokale Bedürfnisse sichtbar gemacht und Akzeptanz für Maßnahmen geschaffen.

Am Ende fließen das lokale Wissen und der externe fachliche Blick zusammen in konkrete Vorschläge ein. Von kurzfristigen Lösungen bis hin zu umfangreichen baulichen Maßnahmen werden den Kommunen praktische Handlungsansätze überreicht, die den Fußverkehr sicherer und attraktiver machen.

Referentin: Mandy Scherzer – Projektleitung wegecheck

Stefanie Taubner und Ivette Hecht (Koordinierungsstelle für Extremismusprävention und Demokratiearbeit – KostEx)

Porträtfotos der zwei Damen
Stefanie Taubner und Ivette Hecht  © SMI

Demokratische Resilienz im Dienst – die KostEx als Motor einer demokratiestarken Polizei Sachsen

Vernetzt, vor Ort, praxisnah und dialogorientiert – KostEx fördert Austausch, Reflexion und Begegnungen in der Polizei, um demokratische Kultur und Widerstandskraft zu stärken.

 

Mit der Koordinierungsstelle für Extremismusprävention und Demokratiearbeit (KostEx) im Sächsischen Staatsministerium des Innern und dem Netzwerk Demokratiearbeit wurde in der sächsischen Polizei ein Netzwerk aufgebaut, das demokratische Resilienz, Verfassungstreue und eine offene Organisationskultur gleichermaßen nachhaltig stärken soll.

Ausgangspunkt ist die Erkenntnis, dass Demokratiearbeit wirksamer wird, wenn sie nah an den Dienststellen verortet und an den Bedarfen der Bediensteten ausgerichtet ist sowie im engen Austausch mit Führungskräften und Multiplikatorinnen und Multiplikatoren erfolgt. Das Netzwerk Demokratiearbeit verbindet zentrale Koordination durch die KostEx mit dezentraler Umsetzung vor Ort und schafft dafür passgenaue Formate wie Reflexionstage, Vorträge, Workshops, Gedenkstättenbesuche, Begegnungsformate oder Alltagsreflexionen.

Inhaltlich orientiert sich die Arbeit an den Leitprinzipien der politischen Bildung, insbesondere am Beutelsbacher Konsens. Ziel ist es, Räume für demokratischen Austausch, Perspektivwechsel und kritische Selbstreflexion zu eröffnen, ohne zu belehren, zu überwältigen oder vorgegebene Meinungen zu transportieren. Die vorgestellten Praxisbeispiele zeigen, wie über historische Lernorte, die Auseinandersetzung mit dem NSU-Komplex, Begegnungsformate in Dialogform und thematische Workshops konkrete Lern- und Reflexionsprozesse angestoßen werden können. Das Netzwerk versteht Demokratiearbeit damit als kontinuierliche Organisationsentwicklung, die Vertrauen stärkt, Konfliktfähigkeit fördert und die Polizei als demokratische Institution resilienter macht.

Referentinnen:

Stefanie Taubner und Ivette Hecht sind in der Koordinierungsstelle für Extremismusprävention und Demokratiearbeit des Sächsischen Staatsministeriums des Innern tätig und gestalten die landesweite Demokratiearbeit in der Polizei Sachsen mit.

Michael Wörner-Schappert

Zeichnung von der Person Michael Wörner-Schappert
Michael Wörner-Schappert  © Michael Wörner-Schappert

Modulares Präventionsprogramm gegen Queerfeindlichkeit (Beccaria-Projekt)

Modulares Beccaria-Projekt gegen Queerfeindlichkeit: MOOCs, Governance, Community-Beteiligung und Präventionsökonomie gegen Hass und gesamtgesellschaftliche Kosten.

Queerfeindlichkeit ist zentraler Bestandteil Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit (GMF). Steigende Fallzahlen in der PKS und ein massives Dunkelfeld von über 90% verdeutlichen den dringenden Handlungsbedarf. Queerfeindlichkeit zeigt sich nicht nur in offenen Anfeindungen und Gewalttaten, sondern auch in fehlenden Schutzstrukturen, institutionellen Routinen und alltäglichen Ausschlüssen.

Die Folgen reichen von Unsicherheit, Rückzug und eingeschränkter gesellschaftlicher Teilhabe bis zu psychosozialen und gesundheitlichen Belastungen. Hinzu kommen erhebliche gesellschaftliche und institutionelle Folgekosten, etwa durch Beratungsbedarf, Arbeitsausfälle oder aufwendige Krisen- und Fallbearbeitung. Prävention gegen Queerfeindlichkeit ist daher auch präventionsökonomische Notwendigkeit.

Hier setzt das als Beccaria-Projekt entwickelte modulare Präventionsprogramm an. Es verbindet Bildungs- und Qualifizierungsangebote mit institutioneller Veränderung, Communitybeteiligung, Informations- und Monitoringstrukturen sowie verbindlicher Governance und Qualitätssicherung. Statt eines starren Maßnahmenpakets entsteht ein flexibles, modulares System mit einem gemeinsamen Kern, das sich an unterschiedliche institutionelle Bedingungen und Handlungsfelder anpassen lässt.

Ziel ist eine Präventionspraxis, die Betroffene stärkt, Fachkräfte handlungssicherer macht, Wissen niedrigschwellig zugänglich macht und Organisationen unterstützt, Schutz und Diskriminierungssensibilität dauerhaft zu verankern. Zudem sollen vermeidbare gesellschaftliche, gesundheitliche und institutionelle Folgekosten verringert werden.

Der Projektspot bietet einen kompakten Einblick in die Grundidee, fünf Infrastrukturbausteine und die Wirkungslogik. Vorgestellt wird kein abgeschlossenes Erfolgsmodell, sondern eine übertragbare, evidenzorientierte und evaluierbare Entwicklungsarchitektur – beispielhaft dargestellt auch am Bundesland Sachsen. Damit eröffnet der Projektspot konkrete Anknüpfungspunkte für eine wirksame, organisatorisch wie institutionell verankerte Präventionsarbeit.

Referent:

Michael Wörner-Schappert - Medienpädagoge, Fachkraft Kriminalprävention (Beccaria) und Referent im Bereich Politischer Extremismus bei jugendschutz.net. Langjährige Arbeits-, Veranstaltungs- und Publikationserfahrungen in den Themenfeldern

Luise Kahlenbach (Fach- und Koordinierungsstelle Suchtprävention Sachsen)

Portrait Luise Kahlenbach
Luise Kahlenbach 

1000 Schätze - Gesundheit und Suchtprävention in der Grundschule

Stärken entdecken, Gesundheit fördern: Der Projektspot gibt einen kompakten Einblick in das Programm »1000 Schätze« und Möglichkeiten der Umsetzung an sächsischen Grundschulen.

»1000 Schätze« ist ein Programm zur Stärkung der psychosozialen Gesundheit von Schülerinnen und Schülern der ersten und zweiten Klassenstufe. Es stellt die Ressourcen und Stärken der Kinder in den Fokus und fördert neben Lebenskompetenzen auch Bewegung und Achtsamkeit. Dabei wird die Diversität von Kindern und Familien systematisch berücksichtigt.

Neben Unterrichtsmodulen für die Schülerinnen und Schüler umfasst »1000 Schätze« auch Angebote für Eltern, schulische Fachkräfte sowie die Schule als System. Dieser ganzheitliche Ansatz stärkt die nachhaltige Verankerung des Programms im Schulalltag. Den roten Faden bildet dabei der konsequente Blick auf die Stärken und Ressourcen von Kindern, Eltern und Schule. Die Umsetzung wird durch ausgebildete regionale Fachkräfte für Suchtprävention begleitet – den sogenannten »1000 Schätze«-Trainer:innen.

Im Projektspot gibt Luise Kahlenbach, Fachkoordinatorin für universelle Suchtprävention, einen kompakten Überblick über die Inhalte, den Aufbau und die Umsetzungsmöglichkeiten des Programms in Sachsen.

Referentin:

Luise Kahlenbach, Fachkoordinatorin für universelle Suchtprävention | Lebenskompetenzförderung, Fach- und Koordinierungsstelle Suchtprävention Sachsen

Stephanie Hartmann (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik – BSI)

Portraitfoto von Stephanie Hartmann
Stephanie Hartmann  © Bundesfoto

Digitale Gewalt und Cybersicherheit – Schnittstellen aus Sicht des digitalen Verbraucherschutzes

Digitale Gewalt ist nicht nur ein gesellschaftliches Problem, sondern auch eine Herausforderung für die Cybersicherheit. Der Digitale Verbraucherschutz des BSI unterstützt Privatpersonen mit Informationen, Marktbeobachtung und technischen Bewertungen. Der Vortrag zeigt die Schnittstellen zwischen Tech Abuse und Cybersicherheit sowie passende Medienpakete für Kinder, Jugendliche, Familien und Pädagogen.

Digitale Technologien sind ein fester Bestandteil in privaten Haushalten geworden, insbesondere Smarthome-Produkte, die zunehmend zur Steuerung von Komfort, Sicherheit und Energieeffizienz eingesetzt werden. Neben klassischen IT-Sicherheitsaspekten rückt dabei zunehmend auch der Missbrauch digitaler Technologien im sozialen Nahraum immer stärker in den Fokus. Insbesondere Smarthome-Produkte können zur Überwachung oder Kontrolle zweckentfremdet werden und damit Formen digitaler Gewalt ermöglichen.

Der Vortrag des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) gibt einen aktuellen Einblick in das laufende Projekt »IT-Sicherheit am digitalen Verbrauchermarkt: Fokus Tech Abuse im sozialen Nahraum«, die sich genau mit dieser Fragestellung auseinandersetzt. Vorgestellt werden potenzielle Missbrauchsszenarien im Smarthome, die damit verbundenen Risiken und Gefahren beim Einsatz vernetzter Geräte im privaten Umfeld sowie Lösungsansätze zum Schutz von Betroffenen und Angehörigen.

Ebenfalls werden weiterführende Informations- und Unterstützungsangebote des BSI vorgestellt, die Verbraucherinnen und Verbraucher bei der Stärkung der eigenen Cybersicherheit unterstützen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der zielgruppengerechten Sensibilisierung, unter anderem durch Medienpakete, Social-Media-Angebote und Podcasts.

Zur Referentin:

Stephanie Hartmann ist Referentin für Digitalen Verbraucherschutz im Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik. Dort beschäftigt sie sich seit 2023 mit Tech Abuse betrachtet das Thema aus Perspektive von Cybersicherheit und gesellschaftlichen Trends.

Der berufliche Werdegang führte über das Studium der Soziologie an der Universität Duisburg-Essen und TU Dresden mit Forschungsschwerpunkt auf digitalen Arbeitswelten, begleitend von wissenschaftlichen Hilfstätigkeiten im Bereich der empirischen Sozialforschung.

Ronny Türk (jungagiert e. V.)

Ronny Türk stehend neben einem Rollup, auf dem Inhalte der Themenausstellung vermerkt sind
Ronny Türk  © jungagiert e. V.

Best-Practice: YOUkunft. Neue Wege bei Prävention, Berufsorientierung und Medienkompetenz

Vorstellung der digitalen Schulausstellung vom jungagiert e.V. in Zusammenarbeit mit dem LaSuB, Landespräventionsrat und über 100 Themenpartnern.

Wo finden Lehrer und Schulsozialarbeiterinnen qualitätsgeprüfte Inhalte und Materialien? Wie können wir Jugendlichen einen niedrigschwelligen Zugang zu Informations- und Hilfsangeboten ermöglichen? Und wie können Schulen digitale Kommunikationskanäle besser nutzen?

 Auf all diese Fragen gebe ich im Workshop praxisnahe Antworten und stelle GEDIS – das Gemeinschaftsprojekt digitale Schulausstellung – vor. Dieses setzen wir gemeinsam mit dem LaSuB, dem Landespräventionsrat und über 100 Themenpartnern und Fachorganisationen um.  (Home - YOUkunft - Multiplikatoren )

 Dabei gebe ich einen Einblick in die Ergebnisse der Pilotierung an 5 Dresdner Schulen und stelle die kostenfreien Angebote für pädagogische Fachkräfte bzw. Schulen vor.

 Einen besonderen Fokus lege ich darauf, wie Lehrkräfte und Schulsozialarbeitende fundierte Inhalte ohne zusätzlichen Rechercheaufwand finden und ressourcenschonend im Schulalltag nutzen können. GEDIS macht Prävention sichtbar, bietet Orientierung und ergänzt pädagogische Arbeit digital.

Referent:

Ronny Türk ist ehrenamtlicher Vorstand vom jungagiert e.V. und Geschäftsführer von Minax - Gesellschaft für junge Lebenswelten. Im Auftrag von Bundesbehörden, Krankenkassen und Stiftungen bringt er seit über 15 Jahren die vermeintlich schwierigen Themen (Prävention, Partizipation und Politik) an Jugendliche heran und entwickelt mit dem gemeinnützigen jungagiert e.V. innovative Projekte, um die Medienkompetenz junger Menschen praxisnah zu fördern.

Maria J. Schubert (Kommunale Prävention Stadt Görlitz)

Porträtfoto Maria Schubert
Maria J. Schubert 

Hinsehen im Vorbeigehen – Eine audio-visuelle Schaufensteraktion zur Prävention häuslicher Gewalt

Wie macht man häusliche Gewalt sichtbar? Der Projektslot zeigt, wie Schaufenster und ein Hörstück Menschen im Vorbeigehen erreichen und Prävention neu denken.

Alltagsszenen – scheinbar vertraut und harmlos – werden durch kleine Irritationen gezielt unterbrochen: ein zerbrochener Teller, verschütteter Kaffee, ein umgeworfener Stuhl. Szenen, die wie »gerade eben passiert« wirken, lassen uns innehalten, genauer hinschauen und den Moment reflektieren. Anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen (25.11.) entwickelte die AG gegen Beziehungsgewalt im Landkreis Görlitz in Kooperation mit dem Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau und mit vielen regionalen Netzwerkpartner*innen eine audio-visuelle Schaufensteraktion im öffentlichen Raum.

Häusliche Gewalt findet überwiegend im Verborgenen statt und bleibt für Außenstehende häufig unsichtbar. Gleichzeitig ist sie kein privates Problem, sondern eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung, die Prävention, Sensibilisierung und ein funktionierendes Hilfesystem erfordert.

Das niedrigschwellige Format erreicht Menschen im Vorbeigehen und verbindet visuelle Irritation mit emotionaler auditiver Ansprache. Über einen QR-Code wird ein Hörstück zugänglich gemacht, das verschiedene Perspektiven – von Betroffenen, Umfeld und Institutionen – hörbar werden lässt und zugleich auf regionale Hilfsangebote verweist.

Das Projekt macht auf Gewalt gegen Mädchen und Frauen aufmerksam – ein Thema, das oft unsichtbar bleibt. Jede Szene erzählt eine Geschichte, die Fragen aufwirft, Emotionen weckt und Gespräche anregt.

Der Beitrag stellt Konzept, Umsetzung, Erfahrungen sowie die Weiterentwicklung vor und zeigt, wie Prävention im öffentlichen Raum wirksam, übertragbar und kooperativ gestaltet werden kann. Neben den Chancen und Herausforderungen einer interdisziplinären Zusammenarbeit werden insbesondere die Fragen beleuchtet, wie Prävention im öffentlichen Raum niedrigschwellig gestaltet werden kann und welche Faktoren die Übertragbarkeit auf andere Kommunen begünstigen.

Die Teilnehmenden erhalten praxisnahe Impulse für die Entwicklung eigener Sensibilisierungsmaßnahmen und erfahren, wie durch kreative Ansätze Aufmerksamkeit geschaffen, Kooperationen gestärkt und gesellschaftliche Verantwortung sichtbar gemacht werden können.

Referentin:

Maria J. Schubert ist die Koordinatorin der Kommunalen Prävention der Stadt Görlitz. In ihrer Funktion verantwortet sie den Auf- und Ausbau kommunaler Präventionsstrukturen und arbeitet schwerpunktmäßig zu den Themen öffentlicher Raum, Sauberkeit, Zivilcourage und Gewaltprävention. Sie leitet und begleitet verschiedene interdisziplinäre Netzwerke und Projekte in Zusammenarbeit mit Verwaltung, Polizei und zivilgesellschaftlichen Akteurinnen und Akteuren. Die audio-visuelle Schaufensteraktion wurde im Rahmen der AG gegen Beziehungsgewalt im Landkreis Görlitz entwickelt und mit vielen Partnerinnen und Partnern umgesetzt.

Katrin Hayn und Vivien Voit (FINDER Akademie)

Porträts von Katrin Hayn und Vivien Voit nebeneinander
Katrin Hayn und Vivien Voit 

Gesund aufwachsen durch starke Bindungen – Die Soziale Entwicklungsstrategie und »Einfach wirksam« als Kompass für niedrigschwellige Prävention in Schule

Schulbarometer 2025/26: Jedes vierte Kind ist psychisch belastet. Die »Einfach wirksam Praktiken" zeigen, wie Schule wirksam gegensteuert – Bundesweit erprobt.

Der Projektspot führt in die Soziale Entwicklungsstrategie (SES) nach Catalano & Hawkins ein und vermittelt Fachkräften ein grundlegendes Verständnis dafür, wie sich die soziale Entwicklung von Kindern und Jugendlichen – und von Menschen ganz allgemein – gezielt fördern lässt. Wissenschaftliche Grundlagen sowie aktuelle Daten und Fakten untermauern das Konzept fachlich.

Im Zentrum stehen ein bis zwei ausgewählte »Einfach wirksam Praktiken« (EwP) aus dem schulischen Kontext – evidenzbasierte Alltagspraktiken, deren Wirksamkeit wissenschaftlich belegt ist. Die Teilnehmenden setzen sich inhaltlich mit der Methodik auseinander, erleben die Praktiken unmittelbar und reflektieren gemeinsam, wie sich diese auf den eigenen beruflichen Alltag übertragen lassen. Dabei werden auch Chancen, Grenzen und notwendige Anpassungen für die jeweiligen Praxissituationen erarbeitet.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist der fachliche Austausch: Fachkräfte aus unterschiedlichen Kontexten kommen ins Gespräch und lernen voneinander, wie sich die Praktiken in verschiedenen Settings anwenden lassen.

Ziel: Kennenlernen der SES und der Einfach wirksam Praktiken, inhaltliche Auseinandersetzung und Reflexion sowie Ableitung von Transfermöglichkeiten für den eigenen Arbeitsalltag.

Referentinnen:

Katrin Hayn, Dipl. Sportwissenschaft (Rehabilitation/Prävention) ist seit 2023 bei FINDER tätig. Als Wissenschaftliche Referentin arbeitet sie im Rahmen der Strategien Weitblick und Communities That Care.

Vivien Voit, M. Sc. Public Health ist seit 2021 bei FINDER tätig. Als Wissenschaftliche Referentin arbeitet sie im Rahmen der Strategien Schools That Care und Communities That Care sowohl im schulischen als auch im kommunalen Kontext.

Beide sind Wissenschaftliche Referentinnen bei FINDER mit dem Schwerpunkt schulische und kommunale Prävention.

Tommy Haeder (Chemnitzer FC) und Benjamin Kahlert (Kreissportbund Mittelsachsen e. V.)

Benjamin Kahlert und Tommy Haeder nebeneinander
Tommy Haeder und Benjamin Kahlert  © Chemnitzer FC Fußball GmbH

Lernen, wo Emotionen zuhause sind – Der Lernort Stadion Chemnitz als Ort wirksamer Präventionsarbeit

Fußball schafft Zugänge. Der Lernort Stadion Chemnitz verbindet die Faszination Fußball mit innovativer Präventionsarbeit und erreicht junge Menschen auf Augenhöhe.

Fußballstadien sind Orte großer Emotionen, starker Identifikation und gemeinsamer Erlebnisse. Genau dieses Potenzial nutzt der Lernort Stadion Chemnitz, um junge Menschen für Themen der Prävention, Persönlichkeitsentwicklung und gesellschaftlichen Teilhabe zu gewinnen.

Im Stadion des Chemnitzer FC erleben Schulklassen und Jugendgruppen interaktive Workshops zu Themen wie Medienkompetenz, digitale Zivilcourage, Diskriminierung, Gewaltprävention sowie dem respektvollen Miteinander. Die besondere Lernumgebung schafft einen niedrigschwelligen Zugang, erreicht Jugendliche in ihrer Lebenswelt und eröffnet neue Perspektiven jenseits des klassischen Unterrichts.

Der Lernort Stadion Chemnitz ist Teil des bundesweiten Netzwerks Lernort Stadion e.V., das Fußballstadien als außerschulische Lernorte für politische, soziale und kulturelle Bildung etabliert. Unterstützt wird das Netzwerk von der Bundesliga Stiftung. Gemeinsam mit regionalen Partnern wird dieser bundesweit bewährte Bildungsansatz in Chemnitz und Mittelsachsen umgesetzt.

Der Projektspot stellt das Konzept des Lernorts Stadion Chemnitz sowie ausgewählte Praxisbeispiele vor und zeigt, wie die Zusammenarbeit zwischen Chemnitzer FC, Kreissportbund Mittelsachsen und weiteren Partnern gelingt. Im Mittelpunkt steht die Frage, welchen Beitrag der organisierte Sport und außergewöhnliche Lernorte zu einer wirksamen Präventionsarbeit leisten können und warum emotionale Erlebnisräume nachhaltige Bildungsprozesse fördern.

Der Beitrag richtet sich an Fachkräfte aus Bildung, Jugendhilfe, Prävention und Sport sowie an alle, die innovative Wege suchen, junge Menschen wirksam zu erreichen.

Referierende:

Benjamin Kahlert ist Geschäftsführer des Kreissportbundes Mittelsachsen e.V. und verantwortet die Entwicklung des Projekts »Lernort Stadion Chemnitz – Bildung Fischerwiese – Verein(t) lernen!«.

Tommy Haeder ist Geschäftsführer des Chemnitzer FC. Gemeinsam mit dem Kreissportbund Mittelsachsen setzt sich der Chemnitzer FC dafür ein, das Stadion als außerschulischen Lern- und Begegnungsort nachhaltig in der Region Chemnitz und Mittelsachsen zu etablieren.

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