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Vorträge

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Auflistung der Vorträge für TAG 1, Montag, 16. November 2026

Prof. Dr. Eva-Lotta Brakemeier (Universität Greifswald)

Portraitfoto Eva-Lotta Brakemeier
Prof. Dr. Eva-Lotta Brakemeier 

Zuversicht in Zeiten multipler Krisen – Warum mentale Gesundheit ein zentrales Ziel von Prävention sein sollte 

Wie können Resilienz, Selbstwirksamkeit und Zuversicht in Krisenzeiten gestärkt werden? Der Vortrag zeigt aus psychologischer Perspektive, welchen Beitrag Prävention für mentale Gesundheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt leisten kann.

Psychologische Perspektiven auf Resilienz, Selbstwirksamkeit und gesellschaftlichen Zusammenhalt

Klimakrise, geopolitische Konflikte, wirtschaftliche Unsicherheiten, gesellschaftliche Polarisierung und die rasante digitale Transformation prägen unsere Gegenwart. Viele Menschen erleben diese Entwicklungen als belastend und fragen sich, wie psychische Gesundheit, Zuversicht und gesellschaftlicher Zusammenhalt unter solchen Bedingungen gestärkt werden können.

Aus psychologischer Perspektive ist Prävention weit mehr als die Vermeidung von Erkrankungen: Sie umfasst die gezielte Förderung mentaler Gesundheit, Resilienz und Selbstwirksamkeit. Vor dem Hintergrund eines notwendigen Kulturwandels von einer vorwiegend reparierenden hin zu einer stärker präventiv ausgerichteten Gesundheitsversorgung beleuchtet der Vortrag aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse und zeigt auf, welchen Beitrag Psychologie zur Stärkung individueller und gesellschaftlicher Bewältigungskompetenzen leisten kann.

Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Zuversicht zu einer Schlüsselressource für psychische Gesundheit, wirksame Prävention und gesellschaftlichen Zusammenhalt werden kann.

Referentin:

Prof. Dr. Eva-Lotta Brakemeier ist Professorin für Klinische Psychologie und Psychotherapie an der Universität Greifswald sowie Direktorin des Zentrums für Psychologische Psychotherapie (ZPP). Sie ist Präsidentin der Deutsche Gesellschaft für Psychologie (DGPs) und Mitglied des Wissenschaftsrat.

Als approbierte Psychologische Psychotherapeutin mit Fachkunde in Verhaltenstherapie ist sie zudem Supervisorin und Ausbilderin in CBASP (Cognitive Behavioral Analysis System of Psychotherapy), IPT (Interpersonal Psychotherapy) und Well-Being Therapy. Ihre wissenschaftlichen Schwerpunkte liegen in der Behandlung chronischer Depressionen, personalisierter Psychotherapie, Prävention sowie der Verbindung von psychischer Gesundheit mit gesellschaftlichen Transformationsprozessen wie Klima, Demokratie und sozialer Resilienz.

Sie engagiert sich besonders für den Transfer psychologischer Wissenschaft in Politik und Gesellschaft und setzt sich für evidenzbasierte Lösungen in Zeiten multipler Krisen ein – nach dem Leitmotiv: From Insight to Impact.

Dr. Leon Lohrmann (Universität Münster)

Portrait Leon Lohrmann
Dr. Leon Lohrmann 

Häuser des Jugendrechts. Alle Interessen unter einem Dach vereint?

Häuser des Jugendrechts haben Konjunktur. Jugendhilfe im Strafverfahren, Polizei und Staatsanwaltschaft sollen unter einem Dach zusammenarbeiten, um Kooperation und Kommunikation zu optimieren. Welche Risiken liegen aber in einer gemeinsamen räumlichen Zusammenlegung von Jugendhilfe im Strafverfahren und den Strafverfolgungsbehörden? Ist mehr Kooperation immer eine gute Idee?

Häuser des Jugendrechts in Deutschland haben Konjunktur. Die Idee der räumlichen Zusammenlegung von Jugendhilfe im Strafverfahren, Polizei und Jugendstaatsanwaltschaft hat in den meisten Bundesländern großen Anklang gefunden und ist bis heute eine beliebte Maßnahme der Kriminalpolitik.

Im Vortrag werden Ergebnisse einer Bestandsaufnahme zu deren Implementierung vorgestellt. Nach einer Kennzeichnung der Entstehungsgeschichte und konzeptioneller Grundlagen des Kooperationsformates, werden mit dem Projekt verbundene Ziele, Interessen und Erwartungen von Strafverfolgung, Prävention und Jugendhilfe erläutert.

Ein inhaltlicher Schwerpunkt wird auf die Darstellung rechtlicher und praktischer Kooperationshemmnisse und Risiken sowie tatsächlicher Kooperationserfolge gelegt.

Abhängig von den Rahmenbedingungen vor Ort werden auch Alternativen für die Kooperation von Polizei, Jugendstaatsanwaltschaft und Jugendhilfe vorgestellt. Der Vortrag schließt mit einem Fazit und Empfehlungen für eine angemessene Zusammenarbeit in Häusern des Jugendrechts.

Dr. Leon Lohrmann (Ass. iur.) ist Jurist und Kriminologe. Er arbeitete mehrere Jahre als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Kriminalwissenschaften der Universität Münster und promovierte dort zum Jugendstrafrecht. Derzeit ist er als Lehrbeauftragter an der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung NRW tätig.

Prof. Dr. Heinrich Ricking (Universität Leipzig)

Portraitfoto von Heinrich Ricking
Prof. Dr. Heinrich Ricking  © Universität Leipzig

Ohne Ticket in die Zukunft? 

Die Zahl der Jugendlichen, die einen ersten Schulabschluss nicht erreichen, steigt. Sie werden oftmals Schulabbrecher genannt und bilden eine Hochrisikogruppe für spätere Erwerbslosigkeit, Devianz und soziale Randständigkeit. Vor diesem Hintergrund gilt es, gegen diese Form schulischen Scheiterns präventive Kräfte zu aktivieren. Dabei erweisen sich Perspektiven zu Fragen des Schulabsentismus als aussichtsreich.

LeSuBiA – Ergebnisse der geschlechterübergreifenden Dunkelfeldbefragung zu Gewalterfahrungen in Deutschland

Dr. Ina Bieber, Bundeskriminalamt

Portraitfoto Ina Bieber
Dr. Ina Bieber 

Die geschlechterübergreifende Dunkelfeldbefragung LeSuBiA (»Lebenssituation, Sicherheit und Belastung im Alltag«) wurde vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ), vom Bundesministerium des Innern (BMI) und dem Bundeskriminalamt (BKA) durchgeführt. Die Studie liefert aktuelle Daten zu verschiedenen Gewalterfahrungen in Deutschland mit den Schwerpunkten Partnerschaftsgewalt, sexualisierte und digitale Gewalt. In dem Vortrag werden erste Ergebnisse vorgestellt.

Christin Auerswald (Fach- und Koordinierungsstelle Suchtprävention Sachsen)

Porträtfoto Christin Auerswald
Christin Auerswald 

Smoke, Vape, Snus und Co. auf der Schultoilette – Nikotinprävention in Klasse 6/7

Süße Aromen, starke Wirkung – Vape, Nikotinbeutel & Co. im Faktencheck: Was steckt drin im Vergleich zu Tabakprodukten und wie gelingt wirksame Prävention in der Schule?

Der Vortrag vermittelt einen fundierten Überblick über aktuelle Nikotinprodukte wie Tabakzigaretten, Shishas, E-Zigaretten und Nikotinbeutel. Neben der Vorstellung der verschiedenen Produkte werden deren (mögliche) Inhaltsstoffe, Wirkungsweisen sowie die gesundheitlichen Risiken verständlich erläutert. Darüber hinaus werden aktuelle Daten zum Konsumverhalten von Jugendlichen und jungen Erwachsenen vorgestellt und gegenwärtige Entwicklungen sowie Trends eingeordnet.

Abschließend wird ein praxiserprobtes Präventionsangebot für die Klassenstufen 6 und 7 in Regelschulen vorgestellt. Das Programm vermittelt altersgerechtes Wissen, fördert die kritische Auseinandersetzung mit Konsumangeboten und sozialen Einflüssen und stärkt die Gesundheits- und Lebenskompetenzen der Schüler*innen. Ziel ist es, junge Menschen dabei zu unterstützen, informierte, selbstbestimmte und nachhaltige Entscheidungen im Umgang mit Nikotin und anderen Suchtmitteln zu treffen.

Referentin:

Christin Auerswald ist seit 2023 als Referentin für Suchtprävention bei der Fach- und Koordinierungsstelle Suchtprävention Sachsen tätig. Sie verfügt über einen Masterabschluss (M.A.) in Klinischer Sozialarbeit (FH) sowie die Qualifikation als zertifizierte Sucht-präventionsfachkraft. In ihrer Tätigkeit entwickelt und begleitet sie Präventionsangebote für unterschiedliche Zielgruppen, berät Fachkräfte und Bildungseinrichtungen und setzt sich für eine wissenschaftlich fundierte, lebensweltorientierte und nachhaltige Suchtprävention ein.

Luisa Kunze und Pieter Harten (JUUUPORT e. V.)

Portraitbilder von Luisa Kunze und Pieter Harten
Luisa Kunze und Pieter Harten 

KI-Labor zu Fake News & Deepfakes

JUUU-KI! zeigt, wie Fake News und Deepfakes mit KI entstehen und verbreitet werden – mit praxisnahen Tipps für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren zur Arbeit mit Jugendlichen.

Mit dem neuen Projekt JUUU-KI! setzt sich JUUUPORT e. V. gezielt für mehr Medienkompetenz im Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI) ein. Gefördert im Rahmen des Bundesprogramms »Demokratie leben!« durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ), beschäftigt sich das Projekt mit aktuellen Herausforderungen wie Desinformation, Hassrede und digitaler Manipulation. Das Projekt begegnet jungen Menschen auf Augenhöhe und nimmt die Erfahrung, die sie bereits mit KI gesammelt haben, ernst.

Im Beitrag von JUUU-KI! werden das Projekt und die Erfahrungen aus den KI-Laboren mit den Jugendlichen näher vorgestellt. Multiplikatorinnen und Multiplikatoren werden über die Bedeutung, Motive und Gefahren von Fake News aufgeklärt sowie für ihre schnelle und einfache Verbreitung in den sozialen Netzwerken sensibilisiert. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf Deepfakes, die zur Verbreitung von Falschinformationen genutzt werden. Der Beitrag vermittelt Multiplikatorinnen und Multiplikatoren praxisnahe Handlungstipps sowie Methoden für die Arbeit mit Jugendlichen. Er zeigt auf, wie Informationen zuverlässig überprüft werden, welche Bildfehler in Videos auf KI-Generierung hinweisen und welche Strategien im Umgang mit Fake News hilfreich sind. Ziel ist es, verständlich zu machen, wie KI zur Erstellung und Verbreitung von Falschnachrichten eingesetzt wird und welche Möglichkeiten Jugendliche haben, darauf zu reagieren, wenn sie selbst, oder ihr Umfeld, betroffen sind. Dazu gehört unter anderem die Fähigkeit, Textquellen, Fotos und Videos kritisch auf ihre Echtheit zu prüfen. Durch die gezielte Schulung stärken Multiplikatorinnen und Multiplikatoren ihre eigenen Kompetenzen und können ihr Wissen anschließend an die Zielgruppe sowie in verschiedene Einrichtungen weitergeben.

Referierende:

Luisa Kunze (M.A. Angewandte Medienforschung, TU Dresden): Medienpädagogische Projektmanagerin; Entwicklung und Durchführung von KI-Laboren und Veranstaltungen; thematische Schwerpunkte: KI bei Fake News und Deepfakes, KI und Hass im Netz; arbeitet seit 2026 im Projekt JUUU-KI! – Jugendliche mit KI für Demokratie bei JUUUPORT e. V.

Pieter Harten (B.A. Soziale Arbeit): Medienpädagogische Projektmanager; Entwicklung und
Durchführung von KI-Laboren und Veranstaltungen; thematische Schwerpunkte: KI bei Fake
News und Deepfakes, KI und Hass im Netz; arbeitet seit 2025 im Projekt JUUU-KI! –
Jugendliche mit KI für Demokratie bei JUUUPORT e. V.

Martina Ansorge und Dr. Frederike Wistuba (Stiftung Deutsches Forum für Kriminalprävention – DFK)

Portraitbilder von Martina Ansorge und Dr. Frederike Wistuba
Martina Ansorge und Dr. Frederike Wistuba 

Unterstützungsangebot für kommunale Amts- und Mandatstragende

Hass auszuhalten, gehört NICHT zu den Aufgaben in der Kommunalpolitik! Die starke Stelle ist die bundesweite Ansprechstelle für von Anfeindungen und Gewalt betroffene Kommunalpolitikerinnen und -politiker.

Die »starke Stelle«

Die aus Projektmitteln des Bundesministeriums des Innern finanzierte, bundesweite Ansprechstelle für von Anfeindungen, Hass und Gewalt betroffene kommunale Amts- und Mandatstragende ist seit August 2024 über die Telefonnummer 0800 300 99 44 sowie per E-Mail unter info@starkestelle.de kostenfrei erreichbar.

Als Verweisberatung kooperiert die starke Stelle mit Partnerinnen und Partnern aus den Sicherheitsbehörden, der Justiz sowie den Zivilgesellschaften vor Ort und kann auch auf spezielle Präventionsangebote für die kommunalpolitisch Engagierten hinweisen.

Wie die starke Stelle arbeitet und welche Angebote sie für die Ratsuchenden bereithält, wird im Vortrag erörtert.

Referentinnen:

Martina Ansorge ist Rechtsanwältin mit Tätigkeitsschwerpunkt Opferschutz gewesen, bis sie im Februar 2024 die Arbeit bei der Stiftung Deutsches Forum für Kriminalprävention als wissenschaftliche Mitarbeiterin aufgenommen hat. Dort ist sie mit der konzeptionellen Entwicklung der starken Stelle, der Netzwerkkoordinierung sowie der Beratung kommunaler Amts- und Mandatstragender betraut ist.

Dr. Frederike Wistuba arbeitet seit Frühjahr 2024 als wissenschaftliche Mitarbeiterin für die Stiftung Deutsches Forum für Kriminalprävention, wo sie mit der konzeptionellen Entwicklung der starken Stelle, der Netzwerkkoordinierung sowie der Beratung kommunaler Amts- und Mandatstragender betraut ist. Frau Dr. Wistuba ist Extremismusforscherin und war bis zu ihrem Antritt bei der starken Stelle in der Forschung tätig.

Lara Trauer und Marisa Böttcher (Medizinische Fakultät der TU Dresden)

Logo vom Kompetenzzentrum Traumaambulanzen für Sachsen
Kompetenzzentrum Traumaambulanzen für Sachsen 

Prävention von Traumafolgestörungen: Schnelle Hilfe in Traumaambulanzen nach dem Sozialen Entschädigungsrecht (SGB XIV)

Erhalten Sie einen Einblick in die Grundlagen und sächsischen Versorgungsstrukturen der »Schnellen Hilfen in Traumaambulanzen«, die die zeitnahe psychische Versorgung Gewaltbetroffener ermöglichen.

Menschen, die Opfer einer Gewalttat (körperlich und/oder psychisch) geworden sind, haben Anspruch auf »Schnelle Hilfe in Traumaambulanzen« nach dem Sozialen Entschädigungsrecht (SER) im SGB XIV. Die psychotherapeutische (Früh-)Intervention in einer Traumaambulanz soll die Entwicklung einer psychischen Gesundheitsstörung (z. B. PTBS) oder einer Chronifizierung verhindern. Dafür ist es unerlässlich, das Angebot an Traumaambulanzen und Versorgungsmöglichkeiten beständig auszubauen und die Einrichtungen untereinander zu vernetzen.

Aktuell bestehen in Sachsen elf Traumaambulanzen für Erwachsene und fünf Traumaambulanzen für Kinder und Jugendliche. Das Kompetenzzentrum Traumaambulanzen in Sachsen koordiniert und unterstützt alle SER-Traumaambulanzen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene und sorgt darüber hinaus dafür, dass die geforderten Qualitätsanforderungen eingehalten werden.

Zusätzlich kann mithilfe eines anonymisierten Therapierendenfragebogens das Inanspruchnahmeverhalten der Gewaltbetroffenen für die »Schnelle Hilfe in Traumaambulanzen« nach dem SGB XIV sachsenweit dargestellt werden. In dem Fragebogen werden neben Angaben zum Zugangsweg, zur Gewalttat, Anzahl der Behandlungsstunden, Diagnosen, Vernetzung, ggf. notwendige Sprachmittlung sowie Weitervermittlungsbedarf erfragt.

Der Vortrag soll einen Einblick in die Grundlagen und sächsischen Versorgungsstrukturen der »Schnellen Hilfen in Traumaambulanzen« geben. Außerdem werden erste Ergebnisse der Fragebogenauswertung dargestellt und entsprechende Anforderungen und Bedarfe an die Arbeit der SER-Traumaambulanzen abgeleitet und diskutiert.

Referentinnen:

Marisa Böttcher (M.Sc. Public Health) und Lara Trauer (M.Sc.-Psychologin) sind wissenschaftliche Koordinatorinnen des Kompetenzzentrums Traumaambulanzen in Sachsen.

Mirjam Gall und Marcel Burghardt (Social Web macht Schule)

Portraitfoto von Mirjam Gall und Marcel Burghardt
Mirjam Gall und Marcel Burghardt  © Social Web macht Schule

Digitale Nähe, reale Gefahr: Cybergrooming im Fokus aktueller Präventionsarbeit

Cybergrooming zählt zu den größten Online-Risiken für Kinder. Der Vortrag zeigt Täterstrategien, Warnsignale und wirksame Ansätze für Prävention und Schutz.

Wenn wir Eltern oder Lehrkräfte nach digitalen Risiken fragen, können viele sofort etwas mit Begriffen wie Mediensucht, Fake News oder Cybermobbing anfangen. Cybergrooming ist dagegen deutlich weniger bekannt - obwohl es eine der gravierendsten Gefährdungen für Kinder und Jugendliche im digitalen Raum darstellt.

Cybergrooming beschreibt die gezielte Anbahnung sexueller Kontakte zu Minderjährigen über digitale Kommunikationswege. Täterinnen und Täter nutzen soziale Netzwerke, Messenger, Gaming-Plattformen oder andere Online-Angebote, um Vertrauen aufzubauen, Grenzen zu verschieben und Kinder oder Jugendliche schrittweise in Abhängigkeit, Geheimhaltung oder sexualisierte Kommunikation zu bringen. Häufig geschieht dies über Tage, Wochen oder Monate. Was zunächst wie ein harmloser Kontakt wirkt, kann sich unbemerkt zu einer hochriskanten Dynamik entwickeln.

Der bekannte Präventionssatz »Geh nicht mit Fremden mit« funktioniert in der analogen Welt als einfache Schutzbotschaft. In digitalen Räumen greift er jedoch zu kurz. Denn wer über längere Zeit schreibt, spielt, zuhört, Komplimente macht oder scheinbar Verständnis zeigt, wird aus Sicht eines Kindes schnell nicht mehr als fremd wahrgenommen. Digitale Nähe kann Vertrauen erzeugen, bevor Erwachsene bemerken, dass ein Risiko entstanden ist.

Die polizeilich erfassten Fälle von Cybergrooming sind in den vergangenen Jahren gestiegen. Gleichzeitig ist von einem erheblichen Dunkelfeld auszugehen, da viele Vorfälle nicht erkannt, nicht erzählt oder nicht angezeigt werden. Für Fachkräfte, Schulen, Jugendhilfe, Polizei und Prävention stellt sich deshalb die Frage, wie Schutz im digitalen Alltag gelingen kann - ohne Kinder und Jugendliche zu beschämen, zu verängstigen oder ihnen digitale Teilhabe abzusprechen.

Der Vortrag ordnet Cybergrooming fachlich und praxisnah ein. Er stellt aktuelle Zahlen und Entwicklungen dar, erläutert typische Täterstrategien und zeigt, welche Warnsignale ernst genommen werden sollten. Zudem werden präventive Ansätze vorgestellt: Wie können Erwachsene ansprechbar bleiben? Welche Regeln und Gesprächsanlässe helfen im Alltag? Wie lassen sich Kinder stärken, ohne Verantwortung auf sie zu verlagern? Welche Handlungsmöglichkeiten bestehen, wenn ein Verdacht entsteht?

Ziel des Vortrags ist es, Cybergrooming als aktuelles und wachsendes Präventionsthema sichtbar zu machen und konkrete Impulse für Beratung, Bildung, Schutzkonzepte und interdisziplinäre Zusammenarbeit zu geben.

Referierende:

Mirjam Gall und Marcel Burghardt von Social Web macht Schule

Robert Jurleta und Sarah Girlich (Landeskompetenzzentrum zur sprachlichen Bildung und Förderung an Kindertageseinrichtungen in Sachsen – LakoS)

Porträtfotos von Jurleta und Girlich
Robert Jurleta und Sarah Girlich 

Prävention von Anfang an: Sprachliche Bildung wirksam gestalten 

Sprachliche Bildung von Anfang an stärkt Chancengerechtigkeit. Der Vortrag zeigt alltagsintegrierte Ansätze zur Förderung ein- und mehrsprachiger Kinder und gelingender Bildungsübergänge.

Sprachliche Bildung in der frühen Kindheit gilt als zentrale Grundlage für Chancengerechtigkeit und gelingende Bildungswege. Im Mittelpunkt des Vortrags stehen Kinder, die ein- oder mehrsprachig aufwachsen, und die pädagogische Aufgabe, ihre sprachlichen Fähigkeiten in Krippe, Kita und Kindertagespflege differenziert wahrzunehmen, gezielt zu fördern und im Hinblick auf den Übergang in Grundschule und Hort weiterzuentwickeln. Vor dem Hintergrund aktueller Diskurse zu Sprachstandserhebungen, Bildungssprache und Mehrsprachigkeit wird die Verbindung von Prävention, Sprache und Bildungsbiografien in den Blick genommen.

Der Beitrag greift Erfahrungen und Beispiele aus der Praxis sowie aus der Arbeit des Landeskompetenzzentrums zur sprachlichen Bildung und Förderung an Kindertageseinrichtungen in Sachsen (LakoS) auf und skizziert zentrale Ansatzpunkte alltagsintegrierter sprachlicher Bildung: sprachsensible Interaktionen, der gezielte Einsatz von Bilderbüchern, Mehrsprachigkeit als Ressource, der Aufbau der Umgebungssprache Deutsch sowie die Zusammenarbeit mit Familien. Dabei wird herausgearbeitet, welchen Beitrag die frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung zur Prävention leisten kann.

Wir laden dazu ein, Chancen und Herausforderungen sprachlicher Bildung im Kontext von Chancengerechtigkeit und Prävention gemeinsam zu reflektieren und Perspektiven für die Gestaltung des Übergangs von der Kita in die Grundschule zu entwickeln. Adressiert sind pädagogische Fachkräfte, Leitungen, Träger, Fachberatungen sowie Akteurinnen und Akteure aus Verwaltung und Politik.

Referierende:

Robert Jurleta ist Projektkoordinator und pädagogischer Leiter im Landeskompetenzzentrum zur sprachlichen Bildung und Förderung an Kindertageseinrichtungen in Sachsen - LakoS. Neben der Erstellung von Fortbildungsinhalten und Materialien für die pädagogische Praxis genießt er gern Kaffee zum guten Bilderbuch.

Sarah Girlich forschte zum Erstspracherwerb von Kindern und war anschließend in der Ausbildung angehender Erzieherinnen und Erzieher tätig. Heute ist sie Projektleiterin am Landeskompetenzzentrum zur sprachlichen Bildung und Förderung an Kindertageseinrichtungen in Sachsen - LakoS. Dort verantwortet sie die Projektkoordination, wirkt an der Curriculums- und Materialentwicklung mit und fördert die Vernetzung von Praxis, Wissenschaft, Politik und Verwaltung.

Dr.in Anja Stiller und Johanna Schlicht (Kinderschutzbund Niedersachsen)

Porträtfotos von Frau Stiller und Frau Schlicht
Dr.in Anja Stiller und Johanna Schlicht 

Herzsprung: Freundschaft, Liebe, Sexualität ohne Gewalt

Herzsprung ist ein Präventionsprogramm, um körperliche, psychische und sexualisierte Gewalt in jugendlichen Paarbeziehungen zu verringern. Der Vortrag stellt das Präventionsprogramm, seine Inhalte und erste Evaluationsergebnisse vor.

Gewalt in Paarbeziehungen Jugendlicher ist erst in den letzten Jahren vermehrt in den Fokus gerückt. In Deutschland existieren kaum empirische Belege darüber, wie viele Jugendliche bereits in ihren frühen Liebesbeziehungen partnerschaftliche Gewalt erleben. Schätzungen zufolge wird ein Drittel der Fälle sexualisierter Gewalt an Jugendlichen in Deutschland von Jugendlichen ausgeübt. Gewalt nimmt in jugendlichen Paarbeziehungen unterschiedliche Formen an. So geht es beispielsweise auch um verbale Übergriffe oder um das Veröffentlichen/Verbreiten von Nacktbildern.

»Herzsprung - Freundschaft, Liebe, Sexualität ohne Gewalt« ist ein universelles und wirkungsevaluiertes Präventionsprogramm zur Gesundheitsprävention und Kompetenzerweiterung in jugendlichen Paarbeziehungen. Im Speziellen geht es um die Förderung der Beziehungskompetenzen und eines respektvollen und gewaltfreien Umgangs. Dieses Programm soll im Vortrag näher beleuchtet werden, wobei insbesondere die Hintergründe, Ziele, Inhalte und Durchführungsmodalitäten thematisiert werden. Zusätzlich werden erste Evaluationsergebnisse vorgestellt.

Ralf Richter (Zentralstelle für polizeiliche Prävention im Landeskriminalamt Sachsen)

Porträt von Ralf Richter
Ralf Richter 

Polizeiliche Prävention - Feuerwehr oder Einzelkämpfer?

Der Vortrag beschreibt auf der Grundlage der neuen Konzeption »Polizeiliche Prävention« die Aufgaben und Ziele der der polizeilichen Prävention im Freistaat Sachsen. Insbesondere wird auf die Unterscheidung zwischen Prävention und Intervention, - die Aufgabenabgrenzung zu außerpolizeilichen Präventionsträgern sowie die Kooperation mit diesen im Rahmen der Landesstrategie »Prävention im Team« eingegangen.

Die Polizeiliche Prävention im Freistaat Sachsen ist mit ihren landesweiten Konzepten zu verschiedenen Themen der Prävention der Jugendkriminalität ein wichtiger Akteur in der Präventionsarbeit an Schulen.

Allerdings können polizeiliche Präventionsangebote Wirksamkeit nur in Kooperation mit der Präventionsarbeit der originär zuständigen Erziehungsinstanzen, zu allererst Elternhaus und Schule, erzielen. Die singuläre Nutzung polizeilicher Präventionsangebote, ohne die Einbindung in weiterführende schulische Präventionskonzepte, erzielt kaum Wirksamkeit.

Mit der Landesstrategie »Prävention im Team« haben die sächsischen Schulen eine Grundlage für die Entwicklung schulischer Präventionsansätze. Die mit »Prävention im Team« intendierte Einbindung externer Partner wie der sächsischen Polizei in schulische Präventionskonzepte trägt zur Steigerung der Wirksamkeit der schulischen Prävention bei.

Mit dem Vortrag werden die Präventionsangebote der sächsischen Polizei vorgestellt. Es werden ihre Möglichkeiten, aber auch ihre Grenzen erläutert. Insbesondere die Unterscheidung zwischen Präventionsarbeit und Maßnahmen der Intervention wird betont.

Referent:

Ralf Richter ist Erziehungswissenschaftler und Leiter der Zentralstelle für polizeiliche Prävention im Landeskriminalamt Sachsen.

Ronald Becker (SPREUWEIZEN)

Porträtfoto Ronald Becker
Ronald Becker  © Spreuweizen

Des-Emotion - wo Faktenchecks versagen!

Ersteller/innen von Desinformationen wollen Emotionen und Stimmungen von Gesellschaften für ihre Zwecke (Profite und Mehrheiten) manipulieren. Der Vortrag zeigt, warum und wie auch emotionale Reflexion in der Auseinandersetzung mit Desinformation/FakeNews eine größere Rolle in der Bildung spielen muss.

Die politische Medienbildung im deutschsprachigen Raum hat in den vergangenen Jahren wichtige Konzepte entwickelt, um Menschen für den Umgang mit Desinformation zu stärken. Im Fokus stehen hier vor allem Faktenchecks, Quellenkritik, Debunking- und Prebunking-Strategien und die Vermittlung journalistischer Arbeitsweisen. Ziel dieser Ansätze ist es, die Fähigkeit zur kritischen Bewertung von Informationen zu stärken und die Widerstandsfähigkeit gegenüber Desinformation zu erhöhen.

Diese Instrumente sind unverzichtbar. Desinformation wirkt gleichzeitig nicht primär über den Informationsgehalt, sondern über emotionale und soziale Mechanismen. Inhalte erzielen Aufmerksamkeit und Reichweite, indem sie Angst, Wut, Empörung oder Verunsicherung auslösen. Sie greifen bestehende Identitäten, Zugehörigkeitsgefühle und gesellschaftliche Konfliktlinien auf und werden über Narrative, Memes und affektive Kommunikationsformen verbreitet. In digitalen Plattformumgebungen entscheiden daher oft nicht die stärksten Argumente über die Wirkung von Inhalten, sondern ihre emotionale Resonanz. Faktenchecks stoßen hier an ihre Grenzen. Ein ausschließlich rationaler Zugang greift zu kurz. Wer Desinformation lediglich als Problem fehlerhafter oder manipulierter Informationen versteht, übersieht emotionale Dynamiken, über die sie gesellschaftliche Wirkung entfaltet. Die politische Medienbildung steht daher vor der Herausforderung, nicht nur analytische Kompetenzen, sondern genauso die Fähigkeit zur Reflexion von Affekten, Emotionen und öffentlichen Stimmungen zu
vermitteln und zu fördern. Studien deuten außerdem darauf hin, dass eine starke Fokussierung auf
Maßnahmen wie Prebunking (präventive Aufklärung über Desinformationsstrategien) und Debunking (nachträgliche Widerlegung) unbeabsichtigt zu einem generellen Misstrauen gegenüber Informationsquellen und Journalisus führt. Dies unterstreicht die Notwendigkeit ergänzender Ansätze.

Referent:

Ronald Becker hat Politikwissenschaft im Master an der TU Dresden und unter anderem an der De Montfort University in Leicester studiert und ist Teil der Geschäftsleitung von SPREUWEIZEN. Er setzt sich neben spielerischen Ansätzen im Bereich der politischen Medienbildung für neue Methoden und Herangehensweisen der emotionalen Resilienzstärkung im digitalen Raum von jungen und älteren Menschen ein.

Die Bildungsinitiative SPREUWEIZEN gehört zu den führenden zivilgesellschaftlichen Akteuren im Bereich der Nachrichtenkompetenz. Seit 2020 wurden mehr als 17.000 Jugendliche, über 1.000 Lehrkräfte sowie zahlreiche weitere Zielgruppen im außerschulischen Bereich erreicht. In modularen Workshops setzen sich junge Menschen mit ihrem Nachrichtennutzungsverhalten, journalistischen Arbeitsweisen, Meinungs- und Pressefreiheit, Desinformation sowie den Potenzialen und Risiken sozialer Medien für politische Meinungsbildungsprozesse
auseinander.

 

Auflistung der Vorträge für TAG 2, Dienstag, 17. November 2026

Prof. Dr. Udo Rudolph, Sarah Stanke, Stefan Uhlig (TU Chemnitz)

Portraitfotos von Udo Rudolph, Frau Stanke, Herr Uhlig
Prof. Dr. Udo Rudolph, Sarah Stanke, Stefan Uhlig 

Lernen neu erleben statt Schulabsentismus: Ansätze, Ergebnisse und Herausforderungen eines sächsischen Modellvorhabens in 18 regionalen Angeboten

Wie lassen sich Präventionsprojekte wirksam und messbar gestalten? Ein sächsisches Modellvorhaben erprobt 18 Lernangebote und zeigt, welche Faktoren für gelingende Präventionsketten zählen.

Präventionsprojekte sollen wirken – und diese Wirkung sollte messbar sein. Ein sächsisches Modellvorhaben erprobt landesweit 18 alternative Lernangebote für Kinder und Jugendliche mit  psychosozialen Bedarfslagen, die im regulären Schulalltag nicht ausreichend Berücksichtigung finden können. Die wissenschaftliche Begleitung durch die TU Chemnitz evaluiert das Projekt engmaschig auf Individual-, Gruppen- und Systemebene, um relevante Wirkfaktoren und erfolgreiche Angebote zu identifizieren.

Der Beitrag gibt einen Überblick über die bisherigen Erkenntnisse. Hierbei beleuchten wir die Wirkfaktoren, die zu einer möglichst gut gelingenden, systemischen Präventionskette in der Praxis beitragen. Das Ziel ist, durch die enge, koordinierte Zusammenarbeit verschiedenster Akteure – wie dem Allgemeinen Sozialdienst (ASD), dem Landesamt für Schule und Bildung sowie den freien Trägern – für gefährdete Kinder und Jugendliche ein sicheres Auffangnetz zu weben.

Der Vortrag beleuchtet die Erfolgsfaktoren wie auch die Herausforderungen einer solchen multiprofessionellen Kooperation und stellt die verschiedenen Strukturen für die tägliche Arbeit in sächsischen Kommunen vor. Teilnehmende erhalten praxisnahe Impulse zur Implementierung solcher Maßnahmen zur Abwendung von Bildungs-(Ab)-Brüchen.
 

Anna-Isabell Kreutz und Dr. Bert Xylander (Geschwister-Scholl-Gymnasium Nossen)

Portraitbilder von Anna-Isabell Kreutz und Dr. Bert Xylander
Anna-Isabell Kreutz und Dr. Bert Xylander 

Die nächste Krise kommt bestimmt… – ein internes Krisenteam als Bestandteil des schulischen Präventionskonzepts

Systematische Antizipation krisenhafter Situationen und präventive Behandlung krisenauslösender Faktoren sind die Grundlagen zur Bewältigung von Krisenereignissen im Schulalltag.

Im Tagungsbeitrag werden die Arbeitsweise und die Erfahrungen eines schulinternen Krisenteams am Geschwister-Scholl-Gymnasium Nossen vorgestellt, mit dem Fokus auf die systemische Verankerung des Krisenteams im schulischen Präventionskonzept.

Ein Krisenteam wirkt vordergründig in der Akutintervention. Durch gelingende Intervention entfaltet sich darüber hinaus aber auch ein präventiver Ansatz.

Anhand einzelner Fallbeispiele wird gezeigt, wie sowohl eine fortschreitende Professionalisierung in der Krisenbewältigung erreicht wurde, aber auch inhaltliche Akzente für die Präventionsarbeit mit den Kindern und Jugendlichen gesetzt werden konnten. Aus den konkreten Erfahrungen werden praktische Hinweise für die Tätigkeit schulinterner Krisenteams abgeleitet.

Referierende:

Dr. Bert Xylander, Fachlehrer für Mathematik und Physik, 2008 bis 2018 stellvertretender Schulleiter am Sächsischen Landesgymnasium Sankt Afra. Seit 2018 Schulleiter des Geschwister-Scholl-Gymnasiums Nossen.

Anna-Isabell Kreutz, Fachlehrerin für Deutsch und Geschichte und Beratungslehrerin am Geschwister-Scholl-Gymnasium Nossen, seit 2013 als ehrenamtliche Kriseninterventionshelferin im PSNV-Team der Johanniter tätig.

Christiane Hentschker-Bringt (LAG Sexualisierte Gewalt – Prävention und Intervention in Sachsen e.V. – SGPI)

Porträt Christiane Hentschker-Bringt
Christiane Hentschker-Bringt 

Also das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. - Wie Täterinnen- und Täterstrategien auf Fachkräfte wirken

Manipulation mit System: Erfahren Sie, wie Tatpersonen Vertrauen aufbauen, Grenzen verschieben und auch Fachkräfte in ihrer Wahrnehmung beeinflussen können.

Der Vortrag richtet den Blick auf das Vorgehen erwachsener Täter und Täterinnen sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche und nimmt insbesondere deren Manipulationsstrategien in den Fokus. Nach einer kurzen Einführung in das Thema sexualisierte Gewalt wird aufgezeigt, wie Tatpersonen gezielt Vertrauen aufbauen, Beziehungen beeinflussen, Grenzen verschieben und ihr Umfeld steuern.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt darauf, wie diese Strategien nicht nur gegenüber Kindern und Jugendlichen wirken, sondern auch Fachkräfte, Bezugspersonen und andere unterstützende Personen in ihrer Wahrnehmung und Einschätzung beeinflussen können. Täter und Täterinnen nutzen häufig gezielte Vorgehensweisen, um Sicherheit zu vermitteln, Zweifel zu erzeugen oder Warnsignale zu verdecken. Dadurch können Gefährdungssituationen unerkannt bleiben oder erst spät wahrgenommen werden.

Der Vortrag vermittelt praxisnah zentrale Kenntnisse über typische Täterstrategien und sensibilisiert für die Mechanismen, durch die Tatpersonen Einfluss nehmen. Die Teilnehmenden erhalten Impulse, um eigene Wahrnehmungen zu reflektieren, Verdachtsmomente besser einzuordnen und mehr Handlungssicherheit im Umgang mit möglichen Gefährdungssituationen zu gewinnen.

Die Auseinandersetzung mit Täterstrategien ist ein wichtiger Baustein im Kinderschutz und unterstützt dabei, Kinder und Jugendliche besser vor sexualisierter Gewalt zu schützen.

Referentin:

Christiane Hentschker-Bringt, geschäftsführende Bildungsreferentin LAG Sexualisierte Gewalt – Prävention und Intervention in Sachsen e.V.,  Dipl. Sozialpädagogin (FH), insoweit erfahrene Fachkraft, langjährige Expertise zum Thema sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche

Dr. Christoph Meißelbach (Sächsisches Instituts für Polizei- und Sicherheitsforschung – SIPS)

Dr. Christoph Meißelbach
Dr. Christoph Meißelbach  © Hochschule der Sächsischen Polizei (FH)

»There is no Glory in Evaluation« – Herausforderungen und Gütekriterien bei der Evaluation von Präventionsprojekten

Keine evidenzbasierte Prävention ohne seriöse Evaluation. Doch wie gelingt das trotz knapper Ressourcen und schwieriger Bedingungen? Gütekriterien, Fallstricke, Lösungen und Praxisbeispiele.

Evidenzbasierte Präventionsarbeit ist in aller Munde. Dass innovative Projekte mit einer begleitenden wissenschaftlichen Evaluation auf ihre Wirksamkeit überprüft werden, hat sich deshalb auch im Feld der Präventionsarbeit inzwischen fest etabliert. In der Praxis erweist es sich aber oft als schwierig, in Projektevaluationen die Gütekriterien für eine belastbare Evidenzbasierung konsequent durchzuhalten. Die Bruchstellen liegen an ganz verschiedenen Punkten – von unklaren Erwartungen über fehlende Daten und/oder Ressourcen bis hin zu Zielkonflikten im Spannungsfeld von analytischer Ergebnisoffenheit und politischem Erfolgsdruck. Im Ergebnis wird das Potential von wissenschaftlichen Evaluationen für die Weiterentwicklung von Praxisprojekten häufig nicht voll erschlossen.

Im Vortrag wird der Frage nachgegangen, wie Evaluation als zentrales Instrument evidenzbasierter Präventionsarbeit dennoch gelingen kann. Zu diesem Zweck wird anhand der Qualitätsstandards der Deutschen Gesellschaft für Evaluation (DeGEval) vor Augen geführt, welche grundsätzlichen Voraussetzungen und Gütekriterien eine belastbare Evidenzbasierung auszeichnen. Im zweiten Teil des Vortrags werden die typischen praktischen Problemkonstellationen anhand von konkreten Fallbeispielen behandelt und darauf aufbauend eine Checkliste für praktische Voraussetzungen erfolgreicher Evaluationen entwickelt.

Referent:

Dr. Christoph Meißelbach ist seit 2020 der Wissenschaftliche Koordinator des Sächsischen Instituts für Polizei- und Sicherheitsforschung (SIPS) an der Hochschule der Sächsischen Polizei (FH). Zuvor war der studierte Politikwissenschaftler und Soziologe seit 2009 als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Politikwissenschaft der Technischen Universität Dresden tätig. Neben seinen inhaltlichen Forschungsschwerpunkten (Demokratie, soziale Kohäsion, Sicherheitsgefühl, Polizei) befasst er sich seit vielen Jahren mit der sozialwissenschaftlichen Methodologie sowie deren Anwendung in praxisbezogenen Forschungs- und Evaluationsprojekten.

Patrice Fabel (Leuphana Universität Lüneburg)

Portrait Patrice Fabel
Patrice Fabel 

MindMatters – Psychische Gesundheit stärken – Vielfalt gemeinsam gestalten

MindMatters: Schule neu denken – psychische Gesundheit, Vielfalt und Inklusion als gemeinsamer Prozess. Schulentwicklung für eine gute gesunde Schule, in der alle gehört und wertgeschätzt werden.

Der Vortrag beleuchtet das bundesweite Gesundheitsförderprogramm MindMatters als ganzheitlichen Ansatz zur Schulentwicklung, der psychische Gesundheit, Inklusion und Teilhabe nicht als Einzelmaßnahmen, sondern als gemeinsamen Prozess versteht. In einer Zeit zunehmender gesellschaftlicher Vielfalt, steigender Anforderungen an die Bildung und wachsender Bedeutung psychischer Gesundheit ist die Schule neben ihrem Bildungsauftrag mehr denn je ein zentraler Ort für die Stärkung von Resilienz und sozialer Entwicklung.
Ein modularer Baustein von MindMatters ist das Unterrichtsmodul »Vielfalt gemeinsam gestalten – Mit psychischer Gesundheit Demokratiekompetenzen stärken«, das für den Einsatz an allen allgemeinbildenden Schulen ab Jahrgang 5 bis 13 konzipiert ist. Der Vortrag zeigt, wie das Modul auf der Schnittstelle von Bildung, Gesundheitsförderung und sozialer Gerechtigkeit wirkt: durch thematisch aufgebaute Übungseinheiten, Reflexionshilfen und konkrete Handlungsempfehlungen für den Alltag.
Besonders im Fokus steht die Frage: Wie können Schüler*innen, Lehrkräfte, Erziehungsberechtigte und pädagogisches Personal gemeinsam Gestaltungsräume schaffen – ohne »Rollen« zu verordnen, sondern mit Respekt, Empathie und konkreten Übungen?
Der Vortrag zeigt anhand von konkreten Beispielen aus der Praxis, wie das Modul in der Unterrichtspraxis umgesetzt wird:

  • Wie Unterschiede im Unterricht und in der Schulkultur nahezu selbstverständlich einfließen und als Bereicherung angesehen werden können.
  • Wie Demokratiekompetenzen im Alltag gelebt und gestärkt werden können
  • Wie Schulentwicklung zu einem Prozess wird, in dem alle Stimmen zählen

Der Vortrag richtet sich an Lehrkräfte, Schulsozialarbeiter*innen, Schulleitungen und alle, die an einer gesunden, inklusiven und zukunftsorientierten Schule mitwirken möchten. Er zeigt:

Eine Schule, in der Vielfalt als Stärke gesehen wird, ist nicht nur eine bessere Lernumgebung – sie ist ein Modell für eine gerechtere Gesellschaft.

Referentin:

Patrice Fabel ist Politikwissenschaftlerin und seit Mai 2022 im Nationalen MindMatters Programmzentrum in Lüneburg als Wissenschaftliche Mitarbeiterin tätig. Zunächst war sie für die wissenschaftliche Konzeption und Bereitstellung des neuen Unterrichtsmoduls "Vielfalt gemeinsam gestalten" sowie die didaktische Entwicklung themenbezogener Übungseinheiten verantwortlich. Seit August 2025 übernimmt sie die Arbeitsbereiche Netzwerkarbeit, Nachhaltigkeit und Öffentlichkeitsarbeit.

Katharina Matt & Christoph Rösler (Polizeidirektion Zwickau, Netzwerk Demokratiearbeit) und Cathleen Bochmann (Kompetenzzentrum Krisen-Dialog-Zukunft, Aktion Zivilcourage e.V.)

Portraitfoto Katharina Matt, Christoph Rösler und Cathleen Bochmann
Katharina Matt, Christoph Rösler und Cathleen Bochmann   © FOTOGRAFISCH (Foto C. Bochmann)

Keine Verschlusssache - Polizei und Zivilgesellschaft im Dialog

In der Dialogreihe »Keine Verschlusssache« gehen die Polizeidirektion Zwickau, verschiedene zivilgesellschaftliche Organisationen sowie engagierte Bürgerinnen und Bürger in einen offenen Austausch zu kontroversen Themen. Das Ziel der Reihe: Vertrauen aufbauen, das Gegenüber besser verstehen, Rahmenbedingungen polizeilicher Arbeit erläutern.  

Im Vortrag geben die Organisatoren Einblicke in die Umsetzung, Gelingensfaktoren und die Wirkung des Projekts.

Mit der Veranstaltungsreihe »Keine Verschlusssache« haben die Polizeidirektion Zwickau und das Kompetenzzentrum Krisen-Dialog-Zukunft (Aktion Zivilcourage e.V.) ein Format entwickelt, das neue Wege in der Präventionsarbeit beschreitet: Die Polizei öffnet sich bewusst für den strukturierten Austausch mit zivilgesellschaftlichen Akteur:innen aus jenen Gruppen, wo oft besonders große Spannungen und Vorbehalte bestehen.

An den Dialogen beteiligten sich Polizeibedienstete aus Führungs- und Einsatzfunktionen aus ganz Westsachsen sowie Menschen aus migrantischen, queeren und jüdischen Lebenswelten, die in ihrem Alltag auf unterschiedliche Weise mit staatlichem Handeln, Sicherheit und öffentlichem Raum in Berührung kommen. Die Zusammensetzung der Gruppen war bewusst vielfältig gewählt. Dadurch konnten unterschiedliche Lebensrealitäten, Erwartungen und auch Irritationen sichtbar werden, die im normalen beruflichen Kontakt häufig unausgesprochen bleiben. »Keine Verschlusssache« setzt auf dialogorientierte Begegnung auf Augenhöhe statt auf Einbahnstraßenkommunikation.

Julia Tunçel (Kommunaler Präventionsrat Leipzig) und Insa Bloem (Projektleitung, K3B)

Logos vom Kommunalpräventiven Rat Leipzig und der Konfliktberatung

Kommunales Konfliktmanagement im Leipziger Osten

Wie können Konflikte im Leipziger Osten konstruktiv bearbeitet werden? Die Stadt Leipzig und das K3B führten vor Ort einen Prozess der Kommunalen Konfliktberatung (KKB) durch. Einblicke gibt der Beitrag.

Der Leipziger Osten steht für Wandel, Vielfalt und Engagement. Insbesondere die Eisenbahnstraße ist dabei immer wieder Gegenstand verschiedener Diskussionen. In der medialen Berichterstattung wird das Quartier häufig mit Fragen der Sicherheit im öffentlichen Raum sowie dem subjektiven Sicherheitsempfinden in Verbindung gebracht.

Mit dem Ziel, die dortigen Spannungsfelder konstruktiv zu bearbeiten, hat die Stadt Leipzig gemeinsam mit dem K3B-Kompetenzzentrum für Kommunale Konfliktberatung des VFB Salzwedel e. V. einen Beratungsprozess der Kommunalen Konfliktberatung (KKB) durchgeführt. Koordiniert wurde die Zusammenarbeit und Bearbeitung der Konflikte durch den Kommunalen Präventionsrat der Stadt Leipzig. Die Kommunale Konfliktberatung ist ein Ansatz der Konflikttransformation und versteht Konfliktbearbeitung als Lern- und Entwicklungsprozess. Sie zielt auf die Stärkung fach- und ebenenübergreifender Zusammenarbeit ab, fördert Beteiligung und erweitert die kommunale Handlungsfähigkeit.

Referentinnen:

Julia Tunçel (Kommunaler Präventionsrat Leipzig) und Insa Bloem (Projektleitung, K3B) zeigen auf, wie durch das Engagement der Akteure aus Verwaltung und Zivilgesellschaft in Leipzig neue Impulse für eine lernende, dialogische Präventionspraxis entstehen und gesellschaftlicher Zusammenhalt als gemeinsame Aufgabe verstanden wird.

Kathrin Keßler und Julia Pörschke (102. Grundschule Dresden)

Portraits von Kathrin Keßler und Julia Pörschke
Kathrin Keßler und Julia Pörschke  © Manuela Deutscher

Gemeinschaft stärken, Gewalt verhindern: Unser Weg zu einer sicheren Schule

Wie kann Schule ein sicherer Ort für alle sein? Wir geben praxisnahe Einblicke in unser Gewaltschutzkonzept, in die Methoden zum sozialen Lernen und in konkrete Wege zu einem respektvollen Miteinander.

Die 102. Grundschule »Johanna« befindet sich in der Dresdner Johannstadt. Viele unserer Schülerinnen und Schüler sind mit sprachlichen, sozialen und familiären Herausforderungen konfrontiert, beispielsweise durch eine Armutsgefährdung der Familie oder Eltern mit belastenden bzw. wenig privilegierten Bildungsbiografien. Diese unterschiedlichen Lebenssituationen erfordern besondere Aufmerksamkeit und Unterstützung, eröffnen zugleich aber wertvolle Chancen für Perspektivwechsel, soziales Lernen und ein lebendiges Miteinander.

Allerdings gelingt Vielfalt nicht von allein: Sie braucht Toleranz, Respekt und Wertschätzung – und die Fähigkeit, Konflikte konstruktiv auszutragen. Deshalb ist soziales Lernen ein zentraler Baustein unseres Schulprogramms.

In den vergangenen sieben Jahren haben Schule, Schulsozialarbeit und Hort ein umfassendes Gewaltschutzkonzept entwickelt und kontinuierlich weiterentwickelt. Unser Ziel: Schule soll ein sicherer Ort für alle sein – für Kinder und Erwachsene. Gewalt wollen wir nicht nur im Ernstfall begegnen, sondern ihr aktiv vorbeugen.

Soziales Lernen ist deshalb fest in unserem Schulalltag verankert. Neben dem fachlichen Lernen hat es einen gleichberechtigten Platz im Stundenplan. Eine zentrale Rolle spielen unsere verbindlichen Sozialstunden. Hier lernen die Kinder die Grundlagen der Gewaltfreien Kommunikation kennen, probieren sie aus und übertragen sie Schritt für Schritt in ihren Alltag.

In unserem Vortrag geben wir praxisnahe Einblicke in die Entwicklung und Umsetzung unseres Gewaltschutzkonzepts. Wir zeigen konkrete Methoden, stellen bewährte Strukturen und Rahmenbedingungen vor und berichten offen von unseren Erfahrungen aus der schulischen Praxis.

Unser Ziel: Impulse geben, Mut machen und gemeinsam weiterdenken. Denn wir sind überzeugt: Ein gutes Gewaltschutzkonzept lebt nicht auf dem Papier, sondern im täglichen Miteinander.

Referentinnen:

Kathrin Keßler

Als Schulleiterin einer herausgeforderten Grundschule beschäftigt sich Kathrin Keßler seit vielen Jahren mit Fragen von Bildungsgerechtigkeit und sozialem Lernen. Sie ist Gründungsmitglied des Schulleitungsnetzwerkes »Bildungsgerechtigkeit« Dresden.

Durch ihre langjährige pädagogische Tätigkeit im In- und Ausland bringt sie vielfältige Erfahrungen und Perspektiven mit. In ihrer heutigen Arbeit verbindet sie diese Erfahrungen mit der konkreten schulischen Praxis und setzt sich insbesondere für eine wertschätzende, inklusive und gewaltpräventive Schulkultur ein.

Julia Pörschke

Julia Pörschke studierte Soziale Arbeit an der Evangelischen Hochschule Dresden und ist seit acht Jahren als Schulsozialarbeiterin (Dipl.) an der 102. Grundschule in Dresden tätig. Träger der Schulsozialarbeit ist der Verbund sozialpädagogischer Projekte e.V.

Schwerpunkte ihrer Arbeit sind Kinderschutz, Bildungsgerechtigkeit, soziales Lernen und Gewaltprävention. Dabei arbeitet sie eng mit Kindern, Lehrkräften, Hortfachkräften, Eltern, dem Jugendamt und weiteren Kooperationspartnern zusammen. Ein besonderer Fokus liegt auf der Entwicklung einer Schule als sicherem und verlässlichem Ort für alle Kinder sowie auf der Förderung von Beteiligung und einem respektvollen Miteinander.

Im Rahmen des Fachtags geben Kathrin Keßler und  Julia Pörschke Einblicke in die Erfahrungen der 102. Grundschule mit Gewaltprävention, sozialem Lernen und der Entwicklung einer gewaltpräventiven Schulkultur.

Frank M. Zabel (Kommunaler Präventionsrat Stadt Plauen)

eine Person steht hinter einem Tisch und hält in der linken Hand einen Flyer, hinter ihm stehen Pappaufsteller mit verschiedenen Personen
Frank Zabel  © Frank Zabel

Lücken schließen, Zukunft sichern: Das Plauener Modell der Kinder- und Jugendprävention.

Nicht Probleme verwalten – Zukunft gestalten. Lernen Sie eine Präventionskette kennen, die Resilienz stärkt und Chancen eröffnet.

Die Vision: Resilienz als Fundament

In Plauen ist Prävention mehr als Schadensbegrenzung – sie ist eine Investition in die Persönlichkeit. Wir folgen der Überzeugung: Wer frühzeitig Lebenskompetenzen erwirbt, entwickelt die nötige Widerstandskraft gegen die Gefahren von Gewalt und Sucht. Unser Ziel ist es, Kindern und Jugendlichen nicht erst zu helfen, wenn Probleme entstehen, sondern sie von Anfang an so zu stärken, dass Krisen bewältigt werden können.

Die Strategie: Eine lückenlose Präventionskette. Der Kommunale Präventionsrat (KPR) in Plauen koordiniert ein Netzwerk, das junge Menschen über zwei Jahrzehnte hinweg begleitet. Der Vortragende verdeutlicht diesen ganzheitlichen Ansatz:

Frühe Hilfen: Der Kontakt beginnt bereits bei der Familienhebamme. Sie ist die erste Vertrauensperson, die Eltern unterstützt und ein gesundes Aufwachsen ermöglichen.

Bildungsbiografie: In Kitas und Grundschulen werden Programme zur emotionalen Intelligenz fest verankert. In den weiterführenden Schulen rücken Themen wie Medienkompetenz und Konfliktmanagement in den Fokus.

Berufsstart: Die Begleitung endet nicht mit der Schulpflicht. Bis zum Berufsschulabschluss sichern wir den Übergang ab, um Jugendliche in der kritischen Phase der Verselbstständigung nicht zu verlieren.

Strukturelle Vernetzung: Das »Silodenken« wurde aufgebrochen. Stadtverwaltung, Polizei, Kitas, Schulen und Jugendarbeit wirken eng verzahnt zusammen.

Kontinuität: Da Plauen diesen Weg seit Jahren verfolgt, sind die Angebote keine isolierten Maßnahmen, sondern aufeinander aufbauende Bausteine einer stabilen Biografie.

Lokale Identität: Prävention ist in Plauen zur Gemeinschaftsaufgabe geworden, die fest im Bewusstsein der kommunalen Akteure verankert ist.

Trotz der Erfolge bleibt das System lernend. Der KPR identifiziert klare Felder für den weiteren Ausbau wie Netzwerk, Gesetzliche Grundlagen, finanzielle Ausstattung und Beteiligung. Er arbeitet daran, Jugendliche nicht nur als Zielgruppe, sondern als aktive Gestalter der Präventionsarbeit einzubinden.

Referent:

Frank M. Zabel ist Koordinator des Kommunalen Präventionsrates der Stadt Plauen und verantwortet seit 2020 die strategische Entwicklung sowie die Vernetzung der kommunalen Präventionsarbeit. Sein Schwerpunktthema ist der Aufbau wirksamer Präventionsstrukturen, die Kinder und Jugendliche von der frühen Kindheit bis ins Berufsleben begleiten und ihre Resilienz stärken. Mit seinem praxisorientierten Ansatz verbindet er kommunale Erfahrungen mit innovativen Präventionskonzepten und engagiert sich für eine Präventionskultur, in der Vernetzung, Beteiligung und Nachhaltigkeit im Mittelpunkt stehen.

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